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Explosivstoffe

Nitroglycerin

Nitroglycerin – bzw. Glyceroltrinitrat – wird durch Nitrierung des entsprechenden Alkohols (hier: Glycerol) hergestellt und ist ebenfalls seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Die Handhabung reinen Nitroglycerins ist aufgrund der hohen Empfindlichkeit sehr schwierig. Der Durchbruch gelang hier Alfred Nobel mit der Entwicklung des Dynamits (Patent 1867): Drei Teile Nitroglycerin werden mit einem Teil Kieselgur als Trägermaterial und etwas Soda als Stabilisator vermischt. Der daraus entstehende Feststoff ist deutlich besser handhabbar als Nitroglycerin – hat allerdings aufgrund des Anteils an Trägermaterial auch eine geringere Sprengkraft. Zahlreiche Weiterentwicklungen – viele davon durch Alfred Nobel – verbesserten diese Eigenschaften, wie Sprenggelatine – eine Mischung aus Nitroglycerin und 6-8 % Collodiumwolle (Cellulosenitrat mit rund 12 Massen-% Stickstoff). Das Vermögen, was Nobel mit diesen Erfindungen verdiente, bildete zum Teil den Grundstock für die Preisgelder der nach ihm benannten Nobelpreise.

Neben der Verwendung als Sprengstoff wird Nitroglycerin auch in der Medizin genutzt: Es besitzt eine gefäßerweiternde Wirkung (durch die Freisetzung von Stickstoffmonoxid) und wird z. B. zur Behandlung von Asthma, Angina pectoris oder Herzinsuffizienz eingesetzt.

Tab.1
Nitroglycerin
Substanz NitroglycerinGlyceroltrinitratPropan-1,2,3-triyltrinitrat
Struktur
Summenformel C3H5N3O9
CAS-RN 55-63-0
InChI-Key SNIOPGDIGTZGOP-UHFFFAOYAR
3D-Darstellung
Mouse
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