zum Directory-modus

Explosivstoffe

Schießbaumwolle

Einen großen Fortschritt auf dem Gebiet der Treibmittel stellte das Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals synthetisierte Cellulosenitrat dar, welches durch Umsetzung von Cellulose mit Nitriersäure entsteht. Ab einem Stickstoffgehalt von 12,75 Massen-% (entspricht einem Nitrierungsgrad von etwa 2,5) bezeichnet man das Produkt umgangssprachlich als Schießbaumwolle. In der Praxis liegt der Stickstoffgehalt zwischen 13,0 und 13,4 Massen-%. Ein großer Vorteil von Cellulosenitrat ist die raucharme Verbrennung, die es für viele Einsatzgebiete interessant macht, vom Schießpulver bis hin zum Tischfeuerwerk.

Ein Gemisch aus rund 70 Massen-% Cellulosenitrat mit einem Nitrierungsgrad von etwa 2 und 30 Massen-% Campher ist besser unter dem Namen Celluloid bekannt, was auch die hohe Feuerempfindlichkeit alter Filme erklärt. Während Celluloid bei der Filmherstellung schon seit langem durch andere Kunststoffe abgelöst ist, bleibt es bei der Tischtennisballherstellung nach wie vor der Werkstoff der Wahl.

Tab.1
Schießbaumwolle
Substanz CellulosenitratNitrocelluloseSchießbaumwolle
Struktur
Summenformel C6H7N3O11
CAS-RN 9004-70-0
Seite 3 von 8