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Doping aus chemischer Sicht

Doping aus chemischer Sicht - Einleitung

Eine speziell abgestimmte Ernährung ist für viele Leistungssportler eine wichtige Grundlage für ihre Wettkampfvorbereitung. Einige Sportler gehen aber über diese Vorbereitungen hinaus und fügen ihrem Körper zusätzliche, verbotene Substanzen zu, um sich im Wettkampf einen unerlaubten Vorteil zu verschaffen. Diese Vorgehensweise ist unter dem Begriff Doping bekannt und sorgt immer wieder für Schlagzeilen in der Medien, wenn Sportler des Dopings überführt oder Dopingvergehen enthüllt werden. Besonders in den Schaltjahren, wenn zusätzlich zu den jährlich stattfindenden Veranstaltungen wie der Tour der France auch noch sportliche Großereignisse wie die Olympischen Sommerspiele oder die Fußballeuropameisterschaft ausgetragen werden, ist das Medieninteresse an der Dopingproblematik entsprechend groß.

Bei der Berichterstattung werden zwar häufig die verschiedenen Dopingmethoden aufgeführt, chemische Strukturen von Dopingmitteln, die für die breite Bevölkerung uninteressant sind, bleiben aber unerwähnt. Um diese Lücke etwas zu schließen, werden in diesem Artikel einige der bekannteren Substanzen mit ihrer Struktur vorgestellt.

Bei der Klassifizierung der Dopingvergehen unterscheidet die NADA (Nationale Anti Doping Agentur) zwischen Wirkstoffen (z. B. Anabolika) und Methoden (z. B. Gendoping). Im Folgenden wird speziell auf die Wirkstoffe eingegangen, bei denen wiederum zwischen solchen Substanzen unterschieden wird, deren Einnahme generell verboten ist, und solchen, deren Einnahme nur während Wettkämpfen untersagt ist.

Der Nachweis der hier vorgestellten Substanzen bzw. ihrer Abbau- und Zwischenprodukte kann durch verschiedene Methoden erfolgen. In der Regel wird die Analysenprobe chromatographisch getrennt, und die enthaltenen Substanzen werden durch entsprechende Detektionsmethoden nachgewiesen. Als Trennmethode bietet sich insbesondere die Gaschromatographie an, aber auch flüssigchromatographische Methoden können eingesetzt werden. Zur Detektion werden häufig Massenspektrometer eingesetzt, inklusive spezieller Verfahren wie hochauflösender Massenspektrometrie (HRMS), Tandem-Massenspektrometrie (MS/MS) oder Verfahren zur Bestimmung von Isotopenverhältnissen (IRMS). Im Allgemeinen werden Urinproben untersucht, da die Probennahme hierbei in der Regel problemlos durch nichtinvasive Methoden erfolgen kann. Alternativ kann auch das Blut des Probanden untersucht werden.

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