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Naturfasern

Aufbau der Baumwollfaser

Eine Baumwollfaser ist aus verschiedenen Schichten aufgebaut. Im Inneren befindet sich ein mit Luft gefüllter Hohlraum, der Lumen. Dieser dient als Wasserspeicher. Um den Lumen herum befindet sich die Tertiärwand. Sie besteht hauptsächlich aus Verunreinigungen und dient als "Filter der Faser". Die nächsten Schichten sind die innere und die äußere Sekundärwand, die fast ausschließlich aus Cellulose bestehen und die Stabilität der Faser beeinflussen. Um die Sekundärwände schließt sich die Primärwand. Die Primärwand besteht aus einer lockeren Celluloseschicht, die Feuchtigkeit speichern kann. Geschützt wird die Faser durch die Cutikula, eine wasserabweisende aus Wachs, Fetten, Halbcellulose und Pektinen bestehende Schicht.

Abb.1
Baumwollfaser

Baumwollfasern bestehen aus ca. 91 % Cellulose, 7,85 % Wasser, 0,56 % Protopektine, Protoplasma und 0,20 % Mineralsalze. Die reife Faser besitzt eine typische Verdrehung, die das Spinnen der Baumwolle ermöglicht. Die Drehung entsteht durch die schichtweise, in wechselnder Richtung zur Längsachse angeordnete Cellulose:

Abb.2
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Abb.3

Cellulose besteht aus β -1,4-verknüpften Glucose-Einheiten. Sie bildet unverzweigte, wasserunlösliche Ketten. Wasserstoff-Brücken zwischen den einzelnen Ketten führen zur parallelen Anordnung der Ketten in den Pflanzenfasern. Cellulose ist das häufigste und am weitesten verbreitete Biopolymer. Es ist der wichtigste Rohstoff für die Zellstoff-, Papier- und Textilindustrie.

Baumwolle ist nicht nur ein angenehm weiches und leichtes Material, sie ist auch sehr robust: reiß- und scheuerfest sowie unempfindlich gegenüber sauren und basischen Flüssigkeiten. Baumwolle ist luftdurchlässig, wirkt nicht isolierend und gibt überschüssige Wärme nach außen ab. Die Faser kann große Mengen an Wasser speichern, kann das Vierfache des Eigengewichtes an Wasser aufnehmen ohne sich nass anzufühlen. Viele der Eigenschaften der Baumwolle erkannte der Mensch schon früh als vorteilhaft für sein Wohlbefinden. Wir tragen sie auf unserer Haut als Unterwäsche, T-Shirt, Jeans, Hemd oder Bluse. Wunden werden mit Watte betupft, Hygienemittel werden aus Watte gefertigt und diese meistens aus Baumwolle. Für Sportler wirkt sich die Eigenschaft, dass Baumwolle viel Wasser speichert jedoch eher negativ aus, da ein mit Schweiß getränktes Hemd nur sehr langsam trocknet. Deshalb setzen Sportler mittlerweile eher auf Kunstfasern.

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