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Vitamin K

Vitamin K - Mangelerscheinungen

Ein ernährungsbedingter Vitamin K-Mangel wird bei gesunden Erwachsenen äußerst selten beobachtet. Er tritt fast ausschließlich bei Darmerkrankungen, Resorptionsstörungen, Gendefekten oder während der besonderen Ernährungssituation im Säuglingsalter auf. Künstlich kann eine K-Hypovitaminose binnen 3-4 Wochen durch eine Vitamin K-freie Ernährung bei gleichzeitiger Störung der Darmflora durch die Gabe von Antibiotika erzeugt werden.

Hauptsymptome einer gestörten Vitamin K-Aktivität sind spontane Blutungen in verschiedenen Geweben und Organen, verlängerte Blutungen durch Erhöhung der Blutgerinnungszeit (Hämorrhagie, hämorrhargische Erkrankung des Neugeborenen) und Störungen des Knochenstoffwechsels. Bereits die Verabreichung von 30 mg Vitamin K kann die Blutgerinnungsfunktion innerhalb weniger Stunden wieder normalisieren.

Unzureichende Vitamin K-Reserven, ein eingeschränkter Vitamin K-Transport durch die Plazenta, eine begrenzte hepatische Biosynthese der Gerinnungsfaktoren, der noch bakterienarme Säuglingsdarm und der geringe Vitamin K-Gehalt der Muttermilch machen eine prophylaktische Vitamin K-Therapie sowohl kurz vor der Entbindung als auch beim Neugeborenen sinnvoll.

Hinweis
1992 wurde in einer epidemiologische Studie ein Zusammenhang zwischen der prophylaktischen, parenteralen Verabreichung von Vitamin K-Spritzen bei Neugeborenen und Säuglingen und einem erhöhten Krebsrisiko im Kindesalter aufgezeigt. Kurz darauf konnte das beobachtete Krebsrisiko auf Asbest-Verunreinigungen der Injektionspräparate zurückgeführt werden.
Tab.1
Empfehlungen für die Vitamin K-Zufuhr
Vitamin Kempfohlene Tageszufuhr *
Säuglinge (bis 3 Monate)4 μg
Säuglinge (4-12 Monate)10 μg
Kinder (1-3 Jahre)15 μg
Kinder (4-6 Jahre)20 μg
Kinder (7-9 Jahre)30 μg
Kinder (10-12 Jahre)40 μg
Kinder (13-14 Jahre)50 μg
Jugendliche und Erwachsene (15-50 Jahre)60-70 μg
Erwachsene (51 Jahre und älter)65-80 μg
Schwangere und Stillende60 μg

*: Empfohlene Tageszufuhr gemäß den Referenzwerttabellen der DGE1) (2000) für einen Erwachsenen.

1)DGE: Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Seite 12 von 14