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Psychoneuroaktive Inhaltsstoffe der Schokolade

Schokolade und gesunde Ernährung

Macht Schokolade süchtig?

Die Qual der Wahl.

Beschränkt man sich ausschließlich auf eine Untersuchung der Einzelkomponenten und auf die aus den in der Schokolade vorkommenden Konzentrationen zu erwartenden Wirkungen, so ist die Antwort: "nein". Es ist jedoch nicht untersucht und auch nicht schätzbar, welche synergistischen Effekte die einzelnen Stoffe aufeinander ausüben.

Unbestritten ist, dass es Menschen gibt, die nicht von dem süßen Stoff lassen können. Im Gegensatz zu Alkoholikern, bei denen man die physiologischen Wirkungen auf den Einzelstoff Ethanol begrenzen kann, verschließt sich der Vielkomponentenstoff Schokolade einer eindeutigen Dosis-Wirkungs-Analyse. Es ist daher durchaus denkbar, dass die Stoffe im subklinischen Bereich ein suchtförderndes Potenzial haben, das erst im Zusammenspiel mit psychosozialen Faktoren eine therapiebedürftige Schokoladensucht zum Vorschein bringt.

Das Zucker neurophysiologische Veränderungen auslöst, die abhängig machen, konnte 2008 an Ratten nachgewiesen werden. Die Ratten hatten Zuckerwasser als Hauptenergiequelle bekommen, dessen Genuss im Gehirn der Tiere die Freisetzung von Dopamin stimulierte. Als Folge der hohen Dopamin-Konzentration verringerte sich die Zahl der Dopamin-Rezeptoren an den Nervenzellen. Die Tiere wurden daraufhin süchtig nach dem angenehmen Gefühl der Dopamin-Ausschüttung. Blieb das Zuckerwasser aber aus, zeigten sich die für eine Sucht typischen Entzugssymptome (Quelle: B. Hoebel et al., Beitrag auf dem Jahrestreffen des American College of Neuropsychopharmacology, Dezember 2008). Beim Menschen ist bekannt, dass verschiedene Suchtmittel die Ausschüttung von Dopamin erhöhen oder seine Wiederaufnahme hemmen.

Ist der Konsum von Schokolade der Gesundheit zuträglich?

In die Jahre gekommene Schokolade - das muss nicht sein!

Ja, Schokolade ist der Gesundheit zuträglich, wenn sie in Maßen genossen wird! Schokolade wird zwar nicht als Lebens-, sondern als Genussmittel eingestuft, aber ihre positiven Wirkungen auf das psychoneuroimmunologische Netzwerk können beträchtlich sein. Vor allem, wenn ihr Verzehr mit positiven Empfindungen und nicht mit körpergewichtsphilosophischen Schuldkomplexen verbunden ist, kann echter Genuss die Gesundheit vielfältig schützen.

Insbesondere die Flavonoide stehen im Zentrum des Interesses, wenn es um gesundheitsfördernde Aspekte der Schokolade geht. Diese antioxidativen sekundären Pflanzeninhaltsstoffe sind vor allem in Bitterschokolade mit ihrem erhöhten Kakaoanteil zu finden. Flavonoide unterstützen das antioxidative Schutzsystem beim Abfangen freier Radikale und reaktiver Sauerstoff-Spezies, die im Körper erheblichen Schaden verursachen könnten.

Schokolade zu essen ist für viele Menschen ein genussvoller Augenblick der Entspannung. Auch wenn dieser Effekt des Schokoladenkonsums überwiegend "nur" psychologische Ursachen hat, ist er gar nicht hoch genug einzuschätzen. Ein solcher Stressabbau senkt den Pegel der Stresshormone und kommt letztlich dem Immunsystem und damit auch der Allgemeingesundheit zugute. Gelingt es, die Mengen verzehrter Schokolade in individuell vertretbaren Grenzen zu halten und die Entwicklung eines stark mittelzentrierten Körperbaus zu verhindern, ist Schokolade eine empfehlenswerte Bereicherung des Speiseplans.

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