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Psychoneuroaktive Inhaltsstoffe der Schokolade

Die süße Sucht nach Schokololade

Für manche ist das viel zu wenig.

Macht Schokolade süchtig? Diese Frage spaltet nicht nur die Gemeinde der durchschnittlichen Schokoladenliebhaber, sondern auch die wissenschaftliche Fachwelt.

Unbestritten ist, dass Schokolade Stoffe enthält, die Wirkungen auf den menschlichen Körper ausüben können. Dies kann indirekt über den Kontakt mit Geruchs- oder Geschmacksrezeptoren erfolgen, oder direkt über die Aufnahme und Verstoffwechselung des Stoffes im Körper.

Strittig ist vor allem die Frage, ob die in den verschiedenen Schokoladensorten enthaltenen Wirkstoff-Konzentrationen ausreichend sind, um neurophysiologische Reaktionen auszulösen. Erschwert wird eine Beurteilung zusätzlich durch sehr individuelle psychosoziale Einflüsse. So vermuten vor allem Psychologen, dass die Schokoladensucht ein in frühester Kindheit erlerntes Verhalten ist, z.B. als Belohnungs- oder Kompensationsstrategie. Im Folgenden sollen vor allem die potenziellen physiologischen Wirkungen der einzelnen Schokoladen-Inhaltsstoffe näher betrachtet werden.

Wie aus dem bitteren Xocoatl die süße Schokololade wurde

Ursprünglich war die Schokolade nicht die gezuckerte, auf Kakao und Milch basierende Süßspeise, die man heute kennt und liebt. Bei den Ureinwohnern Mittelamerikas war Xocoatl (xoco "herb", atl "Wasser"), der Trank der Götter, eine aufgekochte, von der Kakaobutter befreite, mit Vanille und Pfeffer gewürzte, kalt getrunkene und vor allem bittere Zubereitung gerösteter Kakaobohnen. Die Spanier erweiterten das Rezept der Azteken und fügten der nun heiß getrunkenen "chocolate" vor allem den Zucker hinzu, um den herben Geschmack zu mildern. Dem holländischen Chemiker Coenraad van Houten gelang es 1828, aus den Ingredienzien eine Art Schokoladenpulver herzustellen und damit den Weg für eine industrielle Massenproduktion freizumachen. Über weitere Zutaten und das Zurückführen der Kakaobutter gipfelte die Entwicklung 1879 schließlich in der ersten Milchschokolade der Schweizer Henri Nestlé und Daniel Peter.

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