Über die Milch der Schokolade erhält der Körper Peptide aus der Gruppe der β-Casomorphine. Diese aus 3-21 Aminosäuren bestehenden Eiweiße werden von Enzymen während der Verdauung aus dem Milchprotein β-Casein abgespalten. Casomorphine selbst sind relativ widerstandsfähig gegenüber den Verdauungsenzymen und binden an μ-Opioid-Rezeptoren des Körpers. Auf diesem Wege wirken sie u.a. blutdrucksenkend und ähnlich schmerzstillend wie die vom Körper gebildeten Endorphine.
Die Benennung der β-Casomorphine erfolgt gemäß ihrer Kettenlänge. So hat das β-Casomorphin-7 der Kuhmilch die Aminosäure-Sequenz H-Tyr-Pro-Phe-Pro-Gly-Pro-Ile-OH. Alle Casomorphine der Kuhmilch tragen am N-terminalen Ende die Sequenz Tyr-Pro-Phe-Pro.
Evolutionsbiologen vermuten, die β-Casomorphine werden gebildet, um den Säugling zu beruhigen, das Trinken der Muttermilch zu fördern und die Mutter-Kind-Beziehung zu festigen.