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Allergien und Unverträglichkeiten durch Körperpflegemittel

Vanillin/Ethylvanillin - Verwendung und Wirkung

Verwendung

Vanillin ist mit ca. 12.000 Tonnen weltweit der bedeutendste Aromastoff.

Gemäß Aromenverordnung darf Ethylvanillin mit einer Höchstmenge von 250 mg/kg bestimmten Lebensmitteln zugesetzt werden. Als Aromazusatz ist es vor allem in Speiseeis, Süß- und Backwaren verbreitet.

Vanillezucker muss mindestens 1 % Vanillin enthalten.

Verwendung von Vanillin/Ethylvanillin als Duftstoff

Vanillin und Ethylvanillin werden in einer großen Bandbreite kosmetischer Produkte eingesetzt, z.B. in Parfüms, Seifen, Duschgelen, Shampoos, Body Lotions, Raumsprays, Duftkerzen.

Die einzige Aufgabe von Vanillin und Ethylvanillin ist es, ein charakteristisches, Wohlbehagen erzeugendes Aroma zu kreieren, um den Käufer an das Produkt zu binden.

In Zigaretten und losem Tabak ist Vanillin ein beliebter Zusatzstoff zur Anhebung und Abrundung des Aromas. Kritiker werfen der Tabakindustrie vor, Aromastoffe, insbesondere Vanillin einzusetzen, um Jugendlichen den Tabakgenuss "schmackhaft" zu machen.

In so genannten Mood- und Environ-Aromen sollen kaum wahrnehmbare Mengen Vanillin/Ethylvanillin für ein angenehmes Raumklima sorgen und z.B. in Kaufhäusern das Wohlbefinden und die Kauflust steigern (Quelle: Die Welt der Düfte, WDR/Quarks, 2003).

Wirkung auf den Menschen

Vanillin und Ethylvanillin besetzen spezifische olfaktorische Rezeptoren in der Riechschleimhaut der oberen Nasenhöhle. Über den Riechnerv werden die Signale u.a in das limbische System des Gehirns weitergeleitet. Das limbische System wird als emotionales Zentrum, als "der Sitz der Gefühle" im Gehirn bezeichnet. Es steuert das Triebverhalten, die Ausschüttung von Endorphinen und ist u.a. mit dem Hypothalamus verbunden, der seinerseits die Ausschüttung von Hormonen und damit zahlreiche Körperfunktionen steuert.

Kontakt- oder kreuzallergene Reaktionen und Überempfindlichkeiten durch Vanillin und Ethylvanillin sind möglich, insbesondere wenn bereits eine Sensibilisierung gegenüber Phenolen besteht. Vanillin ist Testsubstanz in Standard-Epikutantests. Auch Typ I-Reaktionen (Soforttyp) auf Vanille als Lebensmittelbestandteil sind beschrieben (B. Wüthrich: Nahrungsmittel und Allergie 2, Dustri-Verlag, 2002, ISBN 3–87185–314–3).

Weiterführende Links:

Aromenverordnung

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