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Allergien und Unverträglichkeiten durch Körperpflegemittel

Naturkosmetika

Der Markt für Naturkosmetik wächst ständig. Im Jahr 2005 setzte die Branche rund 660 Millionen Euro um, 8 % mehr als im Jahr zuvor.

Viele Verbraucher assoziieren mit dem Begriff "Natur" automatisch Begriffe wie "gesund", "hautverträglich" und "umweltfreundlich". Viele Naturkosmetika bestehen jedoch nicht ausschließlich aus natürlichen Inhaltsstoffen. Und auch viele der natürlichen Inhaltsstoffe sind nicht frei von möglichen Nebenwirkungen.

Bisher konnte von der Seite der Gesetzgebung keine verbindliche Regelung getroffen werden, wie Naturkosmetik definiert wird und welche Stoffe darin enthalten sein dürfen. Auch die Branche der Naturkosmetikhersteller hat sich nicht auf einen übergreifenden Standard geeinigt.

Bisher existieren lediglich Empfehlungen von Verbraucherschutzorganisationen und Interessengemeinschaften dazu, was eine Naturkosmetik ausmacht:

Sie sollte ausschließlich aus reinen Naturstoffen bestehen (pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs). Dies gilt auf für die darin enthaltenen Duftstoffe. Synthetische oder modifizierte Rohstoffe gehören nicht in eine Naturkosmetik. Bezüglich der naturidentischen Rohstoffe scheiden sich allerdings die Geister, ob diese Klasse von Rohstoffen dem Qualitätsstandard "Natur" genügt.

Das Siegel "Kontrollierte Natur-Kosmetik"

Abb.1
Das BDIH-Siegel

Die Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel (BDIH) haben bei der Herstellung von Naturkosmetik selbstauferlegte Richtlinien zu befolgen, wenn sie das Siegel "Kontrollierte Natur-Kosmetik" für ihre Produkte nutzen wollen. Diese Richtlinien orientieren sich insbesondere an hautschonenden und ökologisch verträglichen Zielen. Zu Beginn des Jahres 2006 trugen etwa 2.500 Produkte das Siegel des BDIH.

Die Zeitschrift Öko-Test hat das Siegel mit "sehr gut" bewertet.

Naturkosmetik und Allergie

Gerade für Allergiker kann Naturkosmetik ein besonderes Problem darstellen. Viele Naturstoffe haben ein ebenso hohes manchmal sogar ein höheres allergenes Potential als industriell-synthetische Substanzen. Die teilweise heftigen allergischen Reaktionen auf das natürliche Haarfärbemittel Henna sind ein gutes Beispiel dafür.

Naturkosmetika können für einen Allergiker sogar problematischer sein als Kosmetika aus synthetischen Einzelkomponenten. So weisen viele Naturextrake eine sehr heterogene Zusammensetzung und zahlreiche Begleitstoffe auf. Oft sind es gerade diese, nur in Spuren nachweisbaren Begleitstoffe der natürlichen Rohstoffquelle, die eine allergische Reaktion auslösen. Hinzu kommt, dass gerade diese Begleitstoffe unter den Inhaltsstoffen des Etiketts nicht aufgeführt werden müssen bzw. gar nicht aufgeführt werden können. Ein Allergiker hat somit keine Möglichkeit, das allergene Potential einer Naturkosmetik einzuschätzen.

Produkte aus synthetischen Einzelkomponenten bieten dem informierten Allergiker größere Sicherheit über den Inhalt der Kosmetik. Wurden bei der Herstellung jedoch preiswerte Rohstoffe niedrigeren Reinheitsgrades verwendet, können auch in synthetischen Produkten nicht deklarierte Begleitstoffe enthalten sein, z.B. das hochallergene Nickel aus einem katalytischen Hydrierungsprozess.

Hinweis
Größt mögliche Sicherheit darüber, ob ein Produkt - natürlichen oder synthetischen Ursprungs - vertragen wird oder nicht, kann nur ein individueller Test beim Hautarzt oder Allergologen liefern.

Weiterführende Links:

Richtlinien des BDIH

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