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Allergien und Unverträglichkeiten durch Körperpflegemittel

Chemikalien-Überempfindlichkeit (MCS)

Die so genannte Chemikalien-Überempfindlichkeit (multiple chemical sensitivity, MCS; environmental illness, ideopathische Chemikaliensensivität) zeichnet sich dadurch aus, dass die Betroffenen bereits auf den Kontakt mit geringsten Spuren chemischer Substanzen mit einem individuellen, komplexen Beschwerdebild reagieren. Diese für MSC typische niedrige Reaktionsschwelle liegt oft sogar unterhalb der Wahrnehmungsgrenze der verursachenden Substanz.

Im Gegensatz zu einer klassischen Vergiftung lassen sich beim MCS keine Fremdchemikalien in Blut oder Gewebe der Betroffenen nachweisen.

Aus der Neuroforschung ist bekannt, das verschiedenen Geruchsstoffe bereits unterhalb der Wahrnehmungsgrenze komplexe neurochemische Reaktionen und Gefühle auslösen können. Die positive Beeinflussung des Wohlbefindens mit Vanillin, dem Haupt-Aromastoff der Vanilleschote, ist ein Beispiel dafür.

Die Psychoneuroimmunologie hat in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Beweise geliefert, dass Nerven-, Immun- und hormonelles (endokrines) System hochkomplex miteinander vernetzt und sogar voneinander abhängig sind. Eine Beeinflussung des Immun- und Hormonstatus durch den Kontakt chemischer Substanzen mit den Rezeptoren der Riechzellen ist demnach durchaus möglich: Der Riechnerv (Nervus olfactorius) hat eine Verbindung zum limbischen System und zum Hypothalamus des Gehirns. Emotionale Faktoren, z.B. bewusste oder unbewusste Ängste vor der "Chemie", können als Auslöser ebenso wie als Verstärker in dieses System eingreifen.

Patienten-Charakteristik der ersten multizentrischen MCS-Studie Deutschlands

Symptome

Häufig genannte, meist in Kombination auftretende Symptome beim MCS sind:

  • Antriebslosigkeit
  • rasche Erschöpfung
  • (chronische) Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • gesteigerte Infektanfälligkeit
  • grippeähnliche Beschwerden
  • Atemwegsprobleme
  • subjektiv empfundene erhöhte Geruchsempfindlichkeit ("belästigende Gerüche")
  • Geschmacksstörungen
  • Textilunverträglichkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden, Verdauungsstörungen
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Hautveränderungen
  • Störungen des Kurzzeitgedächtnisses
  • Verwirrtheit
  • Reizbarkeit
  • depressive Verstimmungen

Unabhängig von somatischen oder psychosomatischem Modell stufen viele Experten MCS aufgrund des hohen Leidensdrucks für die Betroffenen als erworbene, schwere chronische Krankheit ein.

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