zum Directory-modus

Allergien und Unverträglichkeiten durch Körperpflegemittel

Kosmetika

Abb.1
Hautpflegemittel

Kosmetika müssen vor dem Inverkehrbringen nicht zugelassen werden. Die in ihnen enthaltenen Wirk- und Zusatzstoffe sind allerdings zulassungspflichtig. Prüfung und Zulassung dieser Stoffe erfolgt durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), unterstützt durch die Kommission für kosmetische Mittel (Kosmetikkommission), einer beratenden Instanz für das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (Verbraucherschutzministerium). Ergibt die Risikobewertung durch das BfR, dass die Substanz nicht oder nur eingeschränkt eingesetzt werden darf, wird sie in Anlage 1 bzw. in Anlage 2 der Kosmetik-Verordnung (KosmetikV) unter Angabe der Verwendungsbeschränkungen aufgenommen.

  • Körperreinigungsmittel treten nur kurz in Wechselwirkung mit der Haut. Ihre waschaktiven Substanzen lösen Verunreinigungen und Fett von der Haut und emulgieren sie, so dass sie leicht mit Wasser heruntergespült werden können. Beim Test auf Hautverträglichkeit und allergenes Potential wird diese kurze Einwirkzeit auf die Haut berücksichtigt. Bleiben die Mittel länger als normal auf der Haut, ist auch eine Zunahme der Unverträglichkeitsreaktionen zu befürchten.
  • Pflegemittel sind länger in Kontakt mit der Haut. Zumindest ein Teil ihrer Wirkstoffe ist dazu bestimmt, in die Haut einzudringen und direkt oder indirekt Einfluss auf den Stoffwechsel der Haut zu nehmen. Die Hautverträglichkeit wird daher von den Herstellern vor der Markteinführung intensiveren Tests unterzogen als bei anderen Kosmetika.
  • Mittel gegen Körpergeruch können ebenfalls in die Haut eindringen, wenn sie direkt nach dem Reinigen auf die ungeschützte Haut aufgetragen werden. Vor allem Deoroller haben einen leicht einmassierenden Effekt, der z.B. antibiotische Wirkstoffe in tiefere Hautschichten vordringen lässt.
  • Schutz- und Dekorationsmittel sind von besonderer Bedeutung, da sie meist länger als reine Körperreinigungsmittel auf der Haut verbleiben, sie dringen aber meist nicht in die Haut ein. Im Vergleich sind die Inhaltsstoffe von Schönheitsmitteln bei kurzer Anwendung meist weniger hautirritierend. Infolge des längeren Kontakts sind sie jedoch oft für die Gesundheit der Haut problematischer.
  • Haarfärbe- und Tönungsmittel sind die aggressivsten Kosmetika. Ihre Wirkstoffe sollen das Haar auf molekularer Ebene verändern, um den Farbstoff für eine gewisse Zeit dauerhaft zu binden. Da es sich nicht vermeiden lässt, dass diese aggressiven Substanzen auch mit der Kopfhaut in Kontakt kommen, sind lokale Unverträglichkeitsreaktionen sehr häufig.

Literatur

Vollmer, G.; Franz, M. (1991): Chemie in Bad und Küche. Thieme, ISBN: 3-13758-301-2
Seite 8 von 14