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Allergien und Unverträglichkeiten durch Körperpflegemittel

Kontaktallergien durch Kosmetika

Im Gegensatz zu einer klassischen toxischen Situation durch Hautresorption eines Giftstoffes, ist bei einer allergischen Reaktion die ursächliche Beteiligung des Immunsystems nachweisbar. Das Immunsystem reagiert in diesem Fall unangemessen stark auf einen Fremdstoff, der normalerweise von ihm toleriert werden sollte.

Allergische Sofortreaktionen des Typ I sind in der Regel die Ausnahme. Sie treten dann auf, wenn das Allergen über eine Hautverletzung direkt in tiefere Hautschichten oder die Blutbahn eindringen kann, z.B. beim Rasieren.

Im Zusammenhang mit Kosmetika kommt es zu Reaktionen vom Typ III (Immunkomplextyp) oder IV (Spättyp): 6 bis 72 Stunden nach dem Hautkontakt treten an den betroffenen Stellen Symtome einer Entzündung auf.

Eingeleitet wird die Immunreaktion der Haut durch eine Untergruppe der Phagocyten, die Langerhans-Zellen. Sie nehmen den Fremdstoff auf, präsentieren ihn den T-Helferzellen, die dann entscheiden, ob eine Immunreaktion gegen den Fremdstoff eingeleitet wird.

Unterschieden wird zwischen der Nesselsucht (Kontakt-Urtikaria), allergischem, irritativem, degenerativem und diffusem Kontaktekzem (Kontaktdermatitis) sowie nicht-allergischen Kontaktreaktionen.

Sensibilisierungsrisiko beim Rasieren

Abb.1
Rasieren erhöht das Risiko einer Allergie

Rasieren, nass wie trocken, schädigt die physikalische Schutzbarriere der Haut. Wird die Haut zusätzlich vorher oder nachher mit alkalischen Reinigungsmittel gereinigt, z.B. einer ganz gewöhlichen Haushaltsseife, geht auch der natürliche Säureschutzmantel der Haut verloren. Die Folge sind eine Austrocknung und Rissbildungen der Haut. Beide Prozesse erleichtern das Eindringen von Wirk- und Duftstoffen kosmetischer Produkte in immunologisch sensible, tiefere Hautschichten.

Das erhöhte Sensibilisierungsrisiko beim Rasieren betrifft nicht nur die männliche Gesichtshaut. Eine Schädigung der Haut tritt z.B. auch beim Rasieren oder Epilieren der Beine oder Achseln auf. Besonders empfindlich ist die Haut nach der Anwendung einer Enthaarungscreme, deren Wirkstoffe die Haare unter der Hautoberfläche auflösen.

Personen, die erfahrungsgemäß ein hohes Allergierisiko besitzen, sollten auf die Anwendung von Kosmetika mit Wirk- und Duftstoffen verzichten. Eine Behandlung der Haut mit neutralen und mild alkalischen Reinigungsmitteln genügt meist.

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