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Allergien und Unverträglichkeiten durch Körperpflegemittel

Allergien und Unverträglichkeiten durch Kosmetika

Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass 15 bis 20 % der Bundesbürger sensibel auf mindestens eines der häufig vorkommenden Kontaktallergene reagiert (WaBoLu-Heft Nr. 01/04: Untersuchung zur Verbreitung umweltbedingter Kontaktallergien mit Schwerpunkt im privaten Bereich). Anderen Schätzungen zufolge reagiert jeder Dritte im Laufe seines Lebens mindestens einmal mit einer Unverträglichkeit auf Kosmetika.

Zurzeit sind etwa 3000 Kontaktallergene bekannt (Kosmetika-Inhaltsstoffe, Arzneimittel, Farben, Schwermetallsalze). Kosmetika sind als Allergieauslöser von besonderer Bedeutung, weil viele von ihnen täglich und in immunologisch bedeutender Menge mit der Haut in Kontakt kommen.

Als Kosmetika werden sowohl Körperpflege- als auch Schönheitsmittel bezeichnet (Kosmetik, aus dem Griechischen für "Kunst des Schmückens"). Der Industrie stehen über 6000 kosmetisch einsetzbare Substanzen und etwa 2500 Duftstoffe zur Verfügung. Das Verbraucherschutzministerium kritisierte, dass nur ein Bruchteil dieser Komponenten bisher ausreichend auf gesundheitliche Unbedenklichkeit und ihr Allergiepotential getestet wurden, insbesondere unter dem Aspekt ihrer Langzeitwirkung.

Im Gegensatz zu einer Allergie, die mit geeigneten klinischen Untersuchungsmethoden belegt werden kann, äußern sich Unverträglichkeiten nur durch individuell sehr unterschiedliche Symptome der Betroffenen. Einheitliche Diagnose-Standards zur Bestimmung einer Überempfindlichkeit oder Unverträglichkeit gibt es nicht. Dementsprechend kontrovers wird noch immer das Krankheitsbild der Chemikalienüberempfindlichkeit (MCS) diskutiert. Bisher sind leider nur wenige verifizierte Zusammenhänge zwischen physischen und psychischen Reaktionen und der Anwesenheit chemischer Substanzen in der Luft verfügbar. Wechselwirkungen zwischen Sinneswahrnehmungen, neuronalem, hormonellem und immunologischem Netzwerk sind jedoch wissenschaftlich belegt und lassen MCS als echtes Krankheitsbild möglich erscheinen - lediglich über die auslösenden Faktoren wird leidenschaftlich gestritten.

Eine gesunde Haut ist nicht nur "ein Spiegel der Seele". Die Haut ist die erste, entscheidende biologisch-physikochemische Barriere, die den Organismus gegen schädliche äußere Einflüsse schützt (Fett-Säure-Schutzschicht, Hautbakterienflora). Geschädigte, kranke Haut ist für Erreger und Chemikalien ein ideales Einfallstor in den Körper. Der bloße Anblick "ungesunder" Haut mindert die eigene Attraktivität und damit auch das Selbstbewusstsein und das seelische Gleichgewicht. Der daraus resultierende emotionale Stress schädigt das Immunsystem, dessen eingeschränkte Leistungsfähigkeit sich nachteilig auf den Heilungsprozess der Haut auswirkt - ein Teufelskreis, der vom Krankheitsbild der Neurodermitis gut bekannt ist.

Literatur

Achenbach, R. K. (1997): Gesunde und kranke Haut. TRIAS, ISBN: 3-89373-001-X
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