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Allergien und Unverträglichkeiten durch Körperpflegemittel

Duftstoffe

Der Geruchssinn

Abb.1

Duftstoffe sind chemische Substanzen, die über Kontakt mit Rezeptoren der Riechorgane Signale an das Gehirn auslösen. Beim Menschen sitzen die Rezeptoren auf kleinen Sinneshärchen der Riechzellen, die sich in der Riechschleimhaut (regio factoria) im oberen Teil der Nasenhöhle befinden. Das Riechzentrum des Menschen ist in der Großhirnrinde lokalisiert.

Pheromon-Rezeptoren werden beim Menschen vor allem dem Bereich dieses Riechepithels zugeordnet. Ob sich weitere Pheromon-Rezeptoren auch im vomeronasalen Organ (VNO, Jacobson'sches Organ) der Nase befinden ist umstritten: Während das VNO bei Säugetieren eine zentrale Funktion hat, scheinen beim Menschen die Nervenverbindungen zwischen VNO und Gehirn stark zurückgebildet. Unbestritten ist, dass Pheromone, ebenso wie andere Komponenten ätherischer Öle oder Duftstoffe, bereits unterhalb der Geruchsschwelle eine elektrische Aktivität in verschiedenen Gehirnbereichen auslösen.

Duftstoffe in der Kosmetik

Die Zusammenhänge zwischen Duftstoffen und ihren neuroimmunologischen Wechselwirkungen spielen beim Einsatz von Duftstoffen bisher kaum eine Rolle. Ihre derzeitige Aufgabe ist, das Produkt "gut riechen" zu lassen, positive Emotionen beim Verbraucher auszulösen und so den Kunden langfristig an das Produkt zu binden.

Von den etwas 30.000 bekannten Duftstoffen werden ca. 2500 zur Herstellung von Kosmetika und Haushaltshilfsmitteln genutzt. Das Umweltbundesamt hat die Zahl jener, die empfindlich auf Duftstoffe reagieren, mit mehr als einer Million Bundesbürger beziffert.

Die Anfang 2003 verabschiedete EU-Richtlinie 2003/15/EG listet 26 kennzeichnungspflichtige Duftstoffe für Kosmetika auf.

Wellness und Aromatherapie

Abb.2
Ätherische Öle für die Aromatherapie

Die Aromatherapie basiert auf den Erkenntnissen der Psychoneuroimmunologie: Duftstoffe, die über den Geruchssinn Einfluss auf das Gehirn und damit auf die Ausschüttung von Neurotransmittern und Hormonen nehmen, beeinflussen ihrerseits das Immunsystem. So wie chemische Substanzen bei MCS die Stimmungs-, Hormon- und Immunlage verschlechtern sollen, wird angenommen, das ätherische Öle unterschiedliche positive Auswirkungen auf das psychoneuroimmunologische Netzwerk haben. Welches ätherische Öl zur Erlangung eines bestimmten psychischen oder physischen Effekts verwendet wird, basiert weitestgehend auf volksmedizinischen Erfahrungswerten.

Beispiele für die Anwendung ätherischer Öle in der Aromatherapie und in Hautpflegeprodukten

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