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Selectine

Homing der Lymphocyten

Weiße Blutkörperchen (Leukocyten), insbesondere die T-Lymphocyten, spielen eine extrem wichtige Rolle in der spezifischen Immunabwehr. Diese Zellen bewegen sich durch den gesamten Körper, um mögliche Eindringlinge oder nicht korrekt funktionierende Zellen schnell zu erkennen und zu beseitigen. T-Lymphocyten werden im Blut oder im Lymphsystem transportiert und können bei Bedarf in die tiefer liegenden Gewebe einwandern. Auf ihrem Weg kontaktieren sie immer wieder andere Zellen. Diese Art des Zell-Zell-Kontaktes wird nicht über eine Antigen/Antikörper-Wechselwirkung vermittelt, sondern über Zelladhäsionsmoleküle.

Das so genannte Lymphocyten-Homing beschreibt die Wanderung der Lymphocyten zwischen Blut und Lymphsystem (und im engeren Sinne auch deren Reifung). Diese Immunzellen können nicht nur aus dem Blut in das intravaskuläre Gewebe einwandern, sondern auch in das lymphatische System. Lymphocyten stammen aus dem Knochenmark und reifen innerhalb von vier bis fünf Tagen heran. In dieser Zeit tragen die zunächst unreifen Zellen noch sehr viele L-Selectin-Moleküle auf der Oberfläche, die dafür sorgen, dass Lymphocyten immer wieder in die Lymphknoten oder die Milz zurückkehren. Hier vermehren sich dann diejenigen Lymphocyten, die im Verlauf ihrer Wanderung Kontakt mit körperfremden Strukturen hatten. Im Zuge der Reifung werden L-Selectine auf der Lymphocyten-Oberfläche sukzessive durch andere Adhäsionsmoleküle ersetzt, so dass die Lymphocyten nun verstärkt zu Infektionsherden im Gewebe geleitet werden. Sie verändern ihre Gestalt, werden flacher und wandern unter dem Einfluss von Selectinen und anderen Adhäsionsmolekülen, wie der Integrine, zwischen den Endothelzellen der Gefäßwand hindurch in das jeweilige Gewebe ein.

Lymphocyten verlassen das Blutgefäßsystem meistens über die so genannten hochendothelialen Venolen (HEV), kleine venöse Blutgefäße in den lymphatischen Organen wie den Lymphknoten oder den Peyerschen Plaques.

Literatur

Ley, K.; Gaehtgens, P.; Fennie, C.; Singer, M. S.; Lasky, L. A.; Rosen, S. D. (1991): Lectin-like cell adhesion molecule 1 mediates leukocyte rolling in mesenteric venules in vivo.. In: Blood. 77 , 2553-5
Titel des Artikels
Lectin-like cell adhesion molecule 1 mediates leukocyte rolling in mesenteric venules in vivo.
Abstract
During the inflammatory response, granulocytes and other leukocytes adhere to and emigrate from small venules. Before firm attachment, leukocytes are observed rolling slowly along the endothelium in venules of most tissues accessible to intravital microscopy. The molecular mechanism underlying this early type of leukocyte-endothelial interaction is unknown. Leukocyte rolling was investigated in venules (diameter, 40 microns) of the exposed rat mesentery. Micro-infusion of a recombinant soluble chimera (LEC-IgG) of the murine homing receptor lectin-like cell adhesion molecule 1 (LEC-CAM 1; gp90MEL) into individual venules reduced the number of rolling leukocytes by 89% +/- 2% (mean +/- SEM, n = 20 venules), while a similar CD4 chimera (CD4-IgG) had no effect (inhibition 14% +/- 7%, n = 25). Rolling was also greatly reduced by a polyclonal serum against LEC-CAM 1 (inhibition 84% +/- 3%, n = 35); preimmune serum was ineffective (11% +/- 13% inhibition, n = 28). These findings indicate that LEC-CAM 1 mediates the adhesive interaction underlying leukocyte rolling and thus may play an important role in inflammation and in pathologic conditions involving leukocytes.
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