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Selectine

Selectine - Wanderung und Kommunikation über Zell-Zell-Kontakte

Die Kommunikation der Zellen eines Organismus untereinander ist eine wesentliche Voraussetzung für eine geordnete Struktur - andererseits wäre jeder Vielzeller nur eine Ansammlung mehr oder weniger zufällig verteilter Zelltypen. Eine Abstimmung untereinander erfordert nicht nur die räumliche Anordnung von Zellen in Organen wie Herz oder Haut, sondern auch jede gerichtete Bewegung, die im Besonderen für die Zellen des Immunsystems wichtig ist.

Sobald eine Infektion oder ein Entzündungsherd im Körper auftritt, werden gezielt Immunzellen an den Ort des Geschehens gerufen. Was zunächst relativ simpel klingt, ist in der Praxis ein äußerst komplexer Vorgang. Zellen, die sich im Blutstrom passiv treiben lassen, müssen beispielsweise nun aktiv aus dem Blutstrom durch die Wand des Blutgefäßes in das tiefer liegende Gewebe einwandern.

Abb.1
Zellkommunikation über Proteine in der Membran

An der Signalübertragung zwischen Zellen sind Botenstoffe wie Hormone und Cytokine beteiligt, die Informationen über eine gewisse Entfernung hinweg transportieren können.

Die direkte Zell-Zell-Kommunikation wird über spezielle zelluläre Oberflächenproteine vermittelt, die Adhäsionsmoleküle. Sie sind in der Membran verankert und können über ihre Zuckerseitenketten von benachbarten Zellen erkannt werden. Zu diesen zuckertragenden (glycosylierten) Adhäsionsmolekülen zählen neben den Integrinen und Mitgliedern der Immunglobulin-Superfamilie auch die Selectine, die eine besondere Rolle für die Zellerkennung bei immunologischen Prozessen spielen.

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