zum Directory-modus

Interleukine

Interleukin-5

Interleukin-5 (IL-5) wird auch Mäuse-Interferon, Eosinophilen-Differenzierungfaktor (EDF), Eosinophilen-Kolonisierungsfaktor (E-CSF), B-Zell-Wachstumsfaktor (BCGFII), B-Zell-Differenzierungsfaktor für IgM (BCDFµ), IgA enhancing factor oder T-cell replacing factor (TRF) genannt.

Dieses Interleukin mit einer molekularen Masse von 13,1 kDa wird von T-Zellen, Mastzellen und eosinophilen Granulocyten produziert. IL-5 stimuliert seinerseits die Bildung und die Differenzierung von Eosinophilen im Knochenmark, also von Zellen, die eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen und in der Parasitenabwehr spielen. Wenn Antigene von Parasiten oder Allergene an Mastzellen binden, wird der Botenstoff Histamin aus den Mastzellen freigesetzt, das Eosinophile anlockt. In Mäusen, nicht aber in Menschen, stimuliert IL-5 auch das Wachstum und die Differenzierung von B-Zellen (daher stammt auch der Name "Mäuse-Interferon").

Der IL-5-Rezeptor besteht aus einer α-Untereinheit (CD125) mit geringer Affinität und einer nicht-bindenden β-Untereinheit, die auch bei IL-3R und im GM-CSFR1) zu finden ist. Durch alternatives Spleißen der mRNA werden auch lösliche Formen dieses Rezeptors synthetisiert. Beim Menschen findet sich der IL-5R auf Eosinophilen und auf Basophilen, bei Mäusen auf Eosinophilen und auf B-Zellen. Das erklärt das etwas unterschiedliche Wirkungsspektrum dieses Interleukins in Mäusen und Menschen.

Die Verwendung von Interleukin-5 für therapeutische Zwecke

IL-5 wird vor allem von eosinophilen Granulocyten produziert und wirkt auch auf diese Zellen. Entsprechend bietet sich ein therapeutischer Einsatz bei denjenigen Erkrankungen an, bei denen Eosinophile eine wichtige Rolle spielen, beispielsweise bei allergisch bedingten Erkrankungen wie Asthma, bestimmten Hautkrankheiten oder allergischen Entzündungen der Nasenschleimhaut (Rhinitis).

Therapeutisch werden vor allem monoklonale Antikörper gegen IL-5 verwendet, die die Anzahl der Eosinophilen im Blut senken sollen und das auch erfolgreich tun. Leider zeigte sich, dass sich weder die Symptome des Bronchialasthmas noch die des atopischen Ekzems unter IL-5-Therapie signifikant verbessern. Bessere Ergebnisse wurden für die Behandlung der eosinophilen Ösophagitis und bei chronischer Rhinitis erzielt.

Das bedeutet, dass zwar das Therapieziel in diesen Fällen erreicht werden konnte - die Zahlen der Eosinophilen im Blut sinkt erwartungsgemäß -, dieses aber für die Behandlung bestimmter Erkrankungen offensichtlich derzeit noch nicht ausreicht (siehe auch: "Anti-Interleukin-5-Therapie bei eosinophilen Erkrankungen").

1)GM-CSFR: Rezeptor des Granulocyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktors
Seite 8 von 15