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Interleukine

Interleukin-3

Interleukin-3 (IL-3) ist ein Cytokin, das auch als multi-lineage colony stimulating factor bezeichnet und vor allem von aktivierten T-Zellen, aber auch von Mastzellen und eosinophilen Granulocyten produziert wird.

IL-3 hat eine molekulare Masse von 15,1 kDa. Die 3D-Struktur des Moleküls ähnelt der Struktur von Interleukin-4, dem GM-CSF1) und dem M-CSF2). Dieses Interleukin ist vor allem für Blutbildungsprozesse extrem wichtig. Genauer gesagt: IL-3 ist ein hämatopoetischer Wachstumsfaktor des Knochenmarks, der diejenigen Vorläuferzellen positiv beeinflusst, die später zu Erythrocyten, dendritischen Zellen, Mastzellen oder Monocyten werden und fördert damit zahlreiche Prozesse der Blutbildung. IL-3 wirkt dabei oft nicht allein, denn viele diese Aktivitäten hängen auch von der Anwesenheit weiterer Cytokine ab.

Interleukin-3-vermittelte Therapieansätze

Aufgrund der positiven Wirkung auf zahlreiche Blutbildungsprozesse wird dieses Interleukin vor allem eingesetzt, um nach Knochenmarktransplantationen, bei genereller Blutarmut oder nach einer Chemotherapie die Blutbildung zu fördern.

Andere therapeutische Einsatzmöglichkeiten ergeben sich durch die Aktivierung von basophilen Granulocyten durch IL-3. Bei bestimmten Gelenkerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis spielen diese Zellen eine wichtige Rollen, denn basophile Granulocyten produzieren vor allem IL-6, das zur Zerstörung der Gelenke und damit zum Fortschreiten dieser Erkrankung im großen Maße beiträgt. Durch eine Hemmung von IL-3 beispielsweise mit Antikörpern gegen dieses Interleukin wird der Krankheitsprozess vermutlich insgesamt verlangsamt.

Entsprechende Untersuchungen und Studien werden derzeit von mehreren pharmazeutischen Unternehmen durchgeführt (Stand: 2012, u. a. Suppremol; BayImmoNet).

1)GM-CSF: Granulocyte macrophage colony-stimulating factor
2)M-CSF: Macrophage colony-stimulating factor
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