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Interleukine

Was sind Interleukine?

Mouse
Abb.1
Humanes Interleukin-6

PDB-Code: 1ALU.

Interleukine sind Cytokine, wie auch die Interferone, und regulieren die Kommunikation von Zellen untereinander.

Der Begriff ist zusammengesetzt aus lat. inter "zwischen", griech. leukos "weiß" und griech. kinein "bewegen". Seine Bedeutung erklärt sich vor allem historisch: Kurz nach der Entdeckung der ersten Interleukine galten diese noch als Botenstoffe, die ausschließlich von den weißen Blutkörperchen der Immunabwehr, den Leukocyten, gebildet und nur zwischen diesen ausgetauscht werden - eine Ansicht, die heute längst überholt ist.

Ein erwachsener Mensch besteht aus schätzungsweise 100 Billionen Zellen (1014), die Hunderte von Aufgaben im Organismus erfüllen. Die Abstimmung der einzelnen Zellaktivitäten erfordert ein hohes Maß an Kommunikation zwischen den Zellen. Das gilt besonders für die Zellen, die an der Immunabwehr beteiligt sind. Eine Zelle muss beispielsweise erfahren, dass ihre Nachbarzelle von einem Virus befallen ist, denn nur so kann sie sich selbst schützen und die Virusabwehr des Organismus unterstützen. T-Lymphocyten oder Makrophagen müssen gezielt an den Ort einer Infektion wandern, um den Eindringling vor Ort schnell und effektiv beseitigen zu können.

Diese Form der Abstimmung zwischen Zellen wird unter anderem durch Interleukine vermittelt. Interleukine wirken wie auch die anderen Cytokine eher auf kurze Distanz, d.h. in unmittelbarer Nähe einer Zelle oder im Bereich zwischen einem Blutgefäß und dem darunterliegenden Gewebe. Diese Eigenschaft unterscheidet die Interleukine von den Hormonen, die als Botenstoffe über das Blut in den ganzen Körper transportiert werden.

Interleukine und Interferone haben eine ähnliche Funktion, unterscheiden sich aber im Hinblick auf ihr Wirkungsspektrum. Während die Interferone vor allem eine Virus-inhibierende und eine antitumorale Aktivität im Körper haben, wirken die Interleukine vor allem auf die Leukocyten der Immunabwehr und lösen Prozesse wie beispielsweise die Entstehung von Fieber aus.

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