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Interferone

Die Interferone des Menschen

Interferone sind Cytokine, die die Vermehrung von Viren in den Zellen hemmen und das Immunsystem stimulieren. Fast alle Zellen mit Ausnahme der Nervenzellen können Interferone synthetisieren und ausschütten, wenn die jeweilige Zelle mit Viren, Antigenen oder bestimmten chemischen Substanzen in Kontakt kommt, allerdings in unterschiedlichen Mengen.

Neben ihrer antiviralen und ihrer immunmodulatorischen Wirkung hemmen Interferone auch die Vermehrung von entarteten Zellen und können dazu beitragen, dass ein Tumor aus dem Körper entfernt wird.

Die Einteilung der Interferone

Abb.1
T-Lymphocyt
Quelle: Dr. Triche. National Cancer Institute, 20.09.1976

T-Zellen wie diese synthetisieren das säurelabile Interferon-γ.

In den 1960er Jahren wurden die neu entdeckten Interferone (IFN) zunächst in zwei Klassen eingeteilt: Interferone, deren antivirale Aktivität noch bei einem pH-Wert von 2 vorhanden war, wurden als säurestabile Interferone (Typ-I-Interferone) bezeichnet. Die zweite Klasse bildete das säurelabile Interferon-γ (Typ-II-Interferon), das nur von T-Zellen produziert und daher auch Immun-Interferon genannt wurde.

Mit dem Aufkommen der ersten Sequenzdaten der Interferone zeigte sich, dass IFN-α und IFN-β eng miteinander verwandt sind und vermutlich in der Evolution durch die Verdopplung eines Gens entstanden sind. Gleichzeitig wurden immer neue IFN-α-Subtypen entdeckt. Daraus resultierte eine mehr und mehr undurchschaubare Vielfalt unterschiedlicher Bezeichnungen, oft auch für ein und dasselbe Interferon. Arbeitsgruppen eines Pharmaunternehmens klassifizierten die neu entdeckten IFN-α-Subtypen beispielsweise als αA, αB, αC und αD, während Arbeitsgruppen eines anderen Unternehmens neue Interferone mit α1, α2, α3 und α4 bezeichneten, aber in anderer Reihenfolge: αA entspricht beispielsweise α2, während αD dem α1 entspricht. Interferon-ω, das ebenfalls große Ähnlichkeit mit dem IFN-α aufweist, wurde erst später entdeckt.

Heute hat sich eine einheitliche Nomenklatur für die einzelnen Interferon-Klassen durchgesetzt:

  • Interferon-α (Leukocyten-Interferon, mit den Subtypen α1, α2 etc.),
  • Interferon-β (das Fibroblasten-Interferon),
  • Interferon-γ (das Immun-IFN) und
  • Interferon-ω.

Eine Mischung verschiedener α-Interferone wird als IFN-αn bezeichnet. Gelegentlich wird Interferon auch mit "INF" abgekürzt.

Interferone lassen sich auch aufgrund der Bindung an bestimmte zelluläre Rezeptoren auf der Zelloberfläche unterscheiden. Auch in dieser Hinsicht nimmt das Interferon-γ eine Art Sonderstellung ein, da es als einziges Interferon an den Rezeptor II bindet.

Tab.1
Interferone des Menschen und ihre Eigenschaften
EigenschaftInterferon-αInterferon-βInterferon-ωInterferon-γ
KlassifizierungTyp ITyp ITyp ITyp II
AlternativbezeichnungVirus-InterferonVirus-InterferonVirus-InterferonImmun-Interferon
molekulare Masseca. 20 kDa20 kDa20 kDa22 kDa
induziert durchVirenVirenVirenAntigene, bestimmte Chemikalien, Interleukine (IL-2, IL-7, IL-12, IL-18)
gebildet vonvorwiegend Monocytenvorwiegend FibroblastenLeukocytenT-Zellen und NK-Zellen
säurestabiljajajanein
GenortChromosom 9Chromosom 9Chromosom 9Chromosom 12
Intronsneinneinneinja: 3
Subtypenja: 23neinneinnein
zellulärer RezeptorTyp-I-IFN-RezeptorTyp-I-IFN-RezeptorTyp-I-IFN-RezeptorTyp-II-IFN-Rezeptor

Übung

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