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Interferone

Interferon-α

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Abb.1
Humanes Interferon-α

PDB-Code: 1ITF

Interferon-α (IFN-α) wird von Leukocyten, den weißen Blutkörperchen, produziert und daher auch als Leukocyten-Interferon bezeichnet. Interferon-α ist nicht ein einzelnes Protein, sondern besteht aus eine Klasse eng verwandter Subtypen von mittlerweile 23 Interferonen (Stand 7/2011), die auf der Ebene der Aminosäuren zu 80-95 % identisch sind. Vermutlich sind alle Gene aus einem Vorläufer-Gen entstanden, das beim Menschen auf dem Chromosom 9 lokalisiert ist. Manche Subtypen sind glycosyliert, d.h. sie besitzen Zuckerseitenketten. Alle α-Interferone sind säurestabil, bestehen aus 166 Aminosäuren und haben eine molekulare Masse von etwa 20 kDa. Eine Mischung verschiedener α-Interferone wird oft als IFN-αn bezeichnet.

Interferon-α ist ein Typ-I-Interferon wie auch Interferon-β oder das Interferon-ω. Interferon-α und Interferon-β sind sich relativ ähnlich und sind miteinander deutlich enger verwandt als mit Interferon-γ. Das wird auch anhand der Struktur der Gene und der jeweiligen Proteine deutlich. Die Gene für α- und β-Interferone besitzen keine Introns (im Gegensatz zum γ-Interferon), die entsprechenden Proteine bestehen nur aus α-Helices und zeigen einen ähnlichen Aufbau.

Die Synthese von Interferon-α wird durch Viren stimuliert. Vermutlich können alle Zellen mit Ausnahme der Nervenzellen Interferon-α produzieren. Die Hauptproduzenten dieser Interferone sind aber die Monocyten und die Makrophagen. Therapeutisch werden die α-Interferone bei Virusinfekten wie Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Infektionen eingesetzt. Aufgrund seiner wachstumshemmenden (antiproliferativen) Wirkung wird Interferon-α auch zur Therapie der Haarzellleukämie, bei T-Zell-Lymphomen der Haut und beim Kaposi-Sarkom verwendet.

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