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Interferone

Interferone und der MHC

Interferone stimulieren die Expression von MHC-Antigenen, die für die Erkennung von Virus-infizierten Zellen durch das Immunsystem wichtig sind. MHC-I-Proteine kommen auf der Oberfläche aller kernhaltigen Zellen vor, MHC-II nur auf der Oberfläche von Immunzellen. Sie binden kleine Bruchstücke der Proteine in einer Zelle und präsentieren diese auf der Oberfläche der Zellen. Bruchstücke, die von fremden Proteinen stammen, werden von cytotoxischen T-Lymphocyten erkannt. Typ-I-Interferone (Interferon-α und Interferon-β) erhöhen die Expression von MHC I, während Interferon-γ die Expression von MHC II hochreguliert.

Einige Mikroorganismen und Viren sind allerdings in der Lage, diese Präsentation von MHC-I-Molekülen auf der Oberfläche der befallenen Zelle zu unterdrücken, um sich vor dem Immunsystem zu verstecken. An dieser Stelle kommen wieder Fresszellen ins Spiel, in diesem Fall die natürlichen Killerzellen (NK-Zellen). NK-Zellen können Zellen mit zu wenigen MHC-Molekülen auf der Oberfläche erkennen und lösen in diesen den programmierten Selbstmord aus, die Apoptose.

Abb.1
Eine cytotoxische T-Zelle zerstört eine Virus-infizierte Körperzelle
© Orgentec Diagnostika
Tab.1
Zusammenhang zwischen Zelltyp, MHC und stimulierenden Interferonen
CD-TypBeispielMHC-TypIFN-TypBeispiel
CD1)4T-HelferzellenMHC IIIFN IIIFN-γ
CD8T-KillerzellenMHC IIFN IIFN-α, IFN-β
1)CD: cluster of differentiation
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