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Interferone

Interferon-β in der Therapie der Multiplen Sklerose

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des Nervensystems, bei der die Myelinscheiden der Nervenzellfortsätze vom Immunsystem angegriffen werden. In fortgeschrittenen Stadien treten bei den Patienten zunehmend Lähmungen auf. Diese Krankheit ist derzeit noch nicht heilbar, aber ihr Fortschreiten kann durch bestimmte Medikamente verzögert werden.

Bereits kurz nach der Entdeckung der Interferone gab es erste Bestrebungen, diese Stoffe zur Therapie der Multiplen Sklerose einzusetzen - was aber vor der gentechnologischen Produktion dieser Proteine im großen Maßstab nur auf Einzelfälle beschränkt blieb. Heute sind verschiedene Interferon-β-Präparate zur Therapie der schubförmig verlaufenden MS zugelassen. Interferone werden entweder in Bakterien wie E. coli produziert, wie das Interferon-β-1b, oder in Säugerzellen synthetisiert, wie das Interferon-β-1a. Interferon-β-1a ähnelt aufgrund des Herstellungsprozesses den menschlichen Interferonen stärker und wird bei der Therapie besser vertragen. Interferone werden im Magen denaturiert. Zur Therapie müssen sie daher entweder subkutan unter die Haut oder intramuskulär gespritzt werden, was Patienten oft selbst vornehmen können.

Interferon-β wirkt vermutlich auf Immunzellen und auf Botenstoffe, die für die Entzündungsprozesse an den Nerven bei MS verantwortlich sind. Auf welchen Mechanismen das beruht, ist noch nicht bekannt, es könnte aber an der Suppression von autoreaktiven T-Lymphocyten im zentralen Nervensystem liegen.

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