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Cytokine

Kolonie-stimulierende Faktoren

Mouse
Abb.1
Humaner Granulocyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Factor

Ketten A und B des GM-CSF (PDB-Code: 2GMF).

Die Kolonie-stimulierenden Faktoren (engl. colony-stimulating factors oder CSF) sind Glycoproteine, die das Wachstum von Granulocyten im Knochenmark und die Aktivität dieser Zellen fördern. CSFs werden von Makrophagen, T-Zellen, Mastzellen und Endothelzellen produziert. Je nach dem Zelltyp, auf den diese Wachstumsfaktoren wirken, werden sie im Wesentlichen unterschieden in:

  • CSF-1 oder M-CSF (wirken auf Makrophagen),
  • CSF-2 oder GM-CSF (wirken auf Granulocyten und Monocyten),
  • CSF-3 oder G-CSF (wirken auf Granulocyten),
  • Multi-CSF oder Interleukin-3 (IL-3, Hämatopoetin, stimuliert die Blutbildung),
  • ferner Erythropoietin (EPO), das die Bildung von Erythrocyten stimuliert, sich zum Blutdoping einsetzen lässt und ebenfalls zu den Kolonie-stimulierenden Faktoren gezählt wird.

Je nach Einteilung werden noch weitere Kolonie-stimulierende Faktoren erwähnt, z.B. der Meg-CSF (wirkt auf Megakaryocyten, auch als platelet growth factor PGF oder Thrombopoetin bezeichnet), der S-CSF (wirkt auf Stammzellen) und einige Interleukine mit Kolonie-stimulierender Wirkung.

Therapeutisch werden diese Peptidhormone vor allem zur Behandlung von Erkrankungen des blutbildenden Systems genutzt, z.B. bei einer Neutropenie oder einem Mangel an neutrophilen Granulocyten. Nach einer Chemotherapie bei Krebs oder bei Patienten, die wegen einer Knochenmarksübertragung Medikamente erhalten, die die eigene Knochenmarkbildung unterdrücken, fördert eine Behandlung mit CSF die Bildung neuer Blutzellen.

CSFs werden heute gentechnologisch hergestellt. Wie alle Proteine lassen sich CSF-haltige Medikamente nicht oral einnehmen, da sie im Magen verdaut werden. Sie werden stattdessen gespritzt. Als Nebenwirkung einer CSF-Therapie werden oft Knochenschmerzen genannt.

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