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Cytokine

Interleukine

Interleukine sind Proteine, die vor allem von weißen Blutkörperchen (Leukocyten, genauer gesagt den Makrophagen und T-Zellen) oder auch den Endothelzellen der Gefäßwände produziert werden. Sie wirken auf zahlreiche andere Zellen - daher stammt auch der Name: lateinisch inter-leukin "zwischen Leukocyten vermittelnd", "auf Leukocyten wirkend".

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Abb.1
Humanes Interleukin-6

IL-6 ist einer der wichtigsten Vermittler von Entzündungsreaktionen (PDB-Code: 1ALU).

In den Anfangsjahren der Cytokin-Forschung waren die einzelnen Begriffe Cytokine, Interferone und Interleukine kaum voneinander abgrenzbar und entsprechend verwirrend war die Terminologie. Was früher auf der Basis der Effekte als "Wachstumsfaktor" kategorisiert wurde, wird heute z.B. als IL-2 bezeichnet. Gerade in der Anfangszeit der Interleukin-Entdeckung wurden viele dieser Proteine falsch klassifiziert oder als Artefakte abgetan.

Interleukine sind u.a. an Autoimmunerkrankungen und der Reifung und Entwicklung von T- und B-Zellen beteiligt sowie an der Bildung von Blutzellen. Die Interleukin-Proteine sind meistens relativ klein und sie besitzen Zuckerseitenketten. Sie haben wie alle aus der Zelle transportierten Cytokine eine hydrophobe Signalsequenz, die das Protein für den Export kennzeichnet und die nach dem Export abgespalten wird. Interferone werden z.B. in Anwesenheit von Viren, bakteriellen Zellfragmenten oder anderen Fremdkörpern von einer Zelle abgegeben und wirken auf Nachbarzellen, indem sie dort an einen Interleukin-Rezeptor auf der Zelloberfläche binden. Von der Zelloberfläche aus wird ein Signal in den Zellkern geleitet und löst dort eine Reaktion aus.

In den letzten Jahren wurden sehr viele verschiedene Interleukine entdeckt, die teilweise sehr unterschiedliche Funktionen haben. Seit 1992 werden Interleukine generell mit "IL" abgekürzt, gefolgt von einer Zahl (z.B. IL-1), um eine einheitliche Nomenklatur zu ermöglichen.

Übung

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