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Cytokine

Interferone

Mouse
Abb.1
Humanes Interferon-α

(PDB-Code: 1ITF).

Interferone (nach engl. to interfere "eingreifen", "einmischen"; Abk. IFN) sind Glycoproteine und gehören zu den Cytokinen. Diese zellulären Botenstoffe werden vor allem von Zellen des Immunsystems (Leukocyten, Lymphocyten) zur Abwehr gegen Bakterien, Viren, Parasiten oder auch gegen Tumorzellen gebildet. Die Art der Interferone, die von einer Zellen gebildet bzw. abgegeben werden, hängt von dem jeweiligen Zelltyp und dem zu bekämpfenden Ziel ab.

Interferone binden an Zelloberflächen. Auf fast allen Zellen des Menschen befinden sich verschiedene Interferon-Rezeptoren, an die diese Botenstoffe binden können. Eine Bindung von Interferonen auf der Zelloberfläche löst ein Signal aus, das über zelluläre Signalproteine in den Zellkern weitergeleitet wird und dort bestimmte Abwehrmechanismen in Gang setzt.

Je nachdem, welches Interferon an die Zelle gebunden hat, reagiert die Zelle indem sie z.B. weniger schnell wächst, die Synthese von Viruspartikeln hemmt oder die Aktivität von Fresszellen (Phagocyten) steigert.

Interferone für medizinische Anwendungen

Mouse
Abb.2
Humanes Interferon-γ

Die Ketten A, B, C und D sind in unterschiedlichen Farben dargestellt (PDB-Code: 1HIG).

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Interferone müssen heute nicht mehr mühsam aus Zellüberständen angereichert werden, sondern lassen sich etwa seit den 1980er Jahren gentechnologisch in großen Mengen produzieren. Heute werden Interferone daher auch im großen Maßstab für medizinische Zwecke verwendet.

Interferone werden beispielsweise bei Krebstherapien eingesetzt, eignen sich jedoch nicht für jede Krebsart. Gute Erfolge wurden beispielsweise bei der Behandlung von Erkrankungen des blutbildenden Systems beobachtet (mit IFN-α). Die anfänglichen Hoffnungen, mit Interferonen eine Art Durchbruch bei der Behandlung von Krebserkrankungen generell zu erzielen, haben sich allerdings nicht erfüllt. Selbst wenn Interferone heute oft nur therapieunterstützend eingesetzt werden, sind bestimme Interferon-Therapien durchaus erfolgreich, wie beispielsweise der Einsatz von Interferon bei schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom), bei Blutkrebs (Leukämie) und bei dem häufig im Zusammenhang mit HIV-Infektionen auftretendem Karposi-Syndrom.

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