zum Directory-modus

Antioxidatives Schutzsystem kompakt

Radikale

Definition
Radikale sind Atome, Moleküle oder Ionen, die ein oder mehrere ungepaarte Elektronen enthalten. Das freie Elektron wird durch einen einzelnen Punkt symbolisiert: R.

Die Reaktivität von Radikalen

In stabilen Molekülen treten Elektronen paarweise auf. Radikale sind so sehr bestrebt, ihrem ungepaarten Elektron einen Partner zu vermitteln, dass sie innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde einem anderen, schwächeren Reaktionspartner das benötigte Elektron entreißen.

Diese sehr reaktiven, kurzlebigen Radiakle werden auch als freie Radikale bezeichnet. Meist treten sie nur als nicht isolierbare Zwischenstufen chemischer Reaktionen auf.

In biologischen Systemen können freie Radikale großen Schaden anrichten, wenn sie sensiblen Molekülen Elektronen entreißen oder sich mit Biomolekülen verbinden. Die veränderten Biomoleküle können meist ihre eigentliche Aufgabe nicht mehr erfüllen. Im günstigsten Fall werden sie entdeckt, abgebaut und durch ein neues Molekül ersetzt. Im ungünstigsten Fall schädigt das veränderte Molekül die Zelle so sehr, dass sie stirbt oder sich in eine Krebszelle verwandelt.

Abb.1
Radikalische Oxidation von Polyensäuren

Besonders anfällig für den Angriff von Radikalen und Sauerstoff sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Dieser Prozess ist typisch für Membranschäden bei Zellen und das Ranzigwerden von Lebensmitteln.

Hinweis
Wenn in dieser Lerneinheit von einer "Übertragung des Radikals" gesprochen wird, dann wird nicht im eigentlichen Sinn ein Radikal in Form eines Atoms oder Moleküls übertragen. Weitergegeben wird, durch Austausch von Elektronen, die "Eigenschaft" ein Radikal zu sein.
Seite 2 von 12