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Antioxidatives Schutzsystem

Mineralstoffe und Spurenelemente

Definition
Mineralstoffe oder Mineralien sind anorganische Ionen oder Verbindungen, die der Körper nicht selbst herstellen und mit der Nahrung aufnehmen muss. Als Spuren- oder Mikroelemente werden Stoffe bezeichnet, die nur in Spuren (weniger als 50 mg/Tag) für eine gesunde Ernährung benötigt werden.

Der Mineralstoff Zink und die Spurenelemente Kupfer, Mangan und Selen haben für das antioxidative Schutzsystem eine besondere Bedeutung. Als Cofaktoren von antioxidativen Enzymen sind sie für deren Funktion unverzichbar, finden sich aber auch in zahlreichen anderen Enzymen des Stoffwechsels.

Zink

Abb.1
Auster (Ostreidae)

Als Cofaktor von über 300 Proteinen ist Zink an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Einige Beispiel sind Verdauungsenzmye, Enzmye im Stoffwechsel von Haut und Bindegewebe, aber auch Enzyme der DNA-, RNA- und Proteinsynthese. Für das antioxidative System ist Zink als essenzieller Bestandteil der Cu-Zn-Superoxid-Dismutase wichtig. Bei übermäßigem Alkoholkonsum, manchen Hautkrankheiten und Depressionen ist der Bedarf an Zink erhöht.

Zink-haltige Lebensmittel sind Rindfleisch, Innereien, Meeresfrüchte, Milcherzeugnisse (insbesondere Käse), Eier, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide und -keimlinge. Den mit Abstand höchsten Zink-Gehalt hat mit 15-20 mg/100 g die Auster. Organisch gebundenes Zink, z.B. Zink-Histidin, wird besser resorbiert als anorganische Zinksalze. Phytinsäure aus Getreide und Tannine aus Tee und Kaffee komplexieren die Zink-Ionen und verringern die Resorptionsrate.

Kupfer

Abb.2
Ein Krebs (Crustacea), "not amused"

Kupfer ist u.a. an der Synthese von Elastin- und Collagen im Bindegewebe, der Biosynthese von Hämoglobin und der Bildung der Erythrocyten beteiligt. Als essenzieller Cofaktor ist Kupfer zudem in Enzmyen der Atmungskette und der antioxidativ wirkenden Cu-Zn-Superoxid-Dismutase zu finden. Der Bedarf an Kupfer wird in der Regel mit der täglichen Nahrung gedeckt. Bei Rauchern und Säuglingen, sowie bei entzündlichen Prozessen, Magen-Darm-Erkrankungen und starkem oxidativen Stress ist der Bedarf erhöht.

Kupfer-haltige Lebensmittel sind Innereien, Muscheln, Krustentiere, Geflügel, Nüsse, Hülsenfrüchte, Bierhefe, Vollkorngetreide und -keimlinge.

Mangan

Abb.3
Erbsen (Pisum sativum)

Hülsenfrüchte wie Erbsen enthalten viel Kupfer und Mangan

Mangan ist u.a. Bestandteil zahlreicher Enzyme des Kohlenhydrat-, Aminosäure-, Harnstoff- und Cholesterol-Stoffwechsels. Es ist an der Melanin- und der Dopamin-Biosynthese beteiligt und essenzieller Cofaktor der Mn-Superoxid-Dismutase, dem wichtigsten antioxidativ wirkenden Enzym in Mitochondrien. Bei erhöhtem oxidativen Stress, Alkoholkonsum und bei sehr kohlenhydratreicher Nahrung besteht ein größerer Bedarf an Mangan.

Mangan-haltige Lebensmittel sind Nüsse, Hülsenfrüchte, Bierhefe, Kakao, Vollkorngetreide und -keimlinge sowie viele Obst- und Gemüsesorten (insbesondere Beerenfrüchte).

Selen

Abb.4
Die Paranüsse aus der Frucht des Paranussbaums (Bertholletia excelsa)

Selen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement. Organisch gebunden kommt es in Form der modifizierten Aminosäuren Selenocystein und Selenomethionin vor. Selenocystein ist am Schilddrüsen-Stoffwechsel beteiligt und als wesentlicher Bestandteil des antioxidativen Enzyms Glutathion-Peroxidase ein wichtiges Spurenelement gegen zellulären oxidativen Stress. Bei einer Reihe von Krankheiten ist der zelluläre Selen-Gehalt oft erniedrigt, so z.B. bei Rheuma, Herz- und Krebserkrankungen. Raucher, schwangere oder stillende Frauen und ältere Menschen haben einen erhöhten Selen-Bedarf.

Die Empfehlungen für die tägliche Zufuhr wurden 2000 für Deutschland, Österreich und die Schweiz von 50-100 μg auf 30-70 μg gesenkt. Bei bestimmten Krankheiten wie Krebs werden bis zu 600 μg empfohlen. Selen-haltige Lebensmittel sind Innereien, rotes Muskelfleisch, Meeresfrüchte (insbesondere Hummer), Paranüsse, Eierteigwaren, Weizenvollkorn, Reis, Haferflocken und mit Selen gefütterte Bierhefe. Anorganische Selen-Verbindungen werden vom menschlichen Organismus kaum resorbiert.

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