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Historisches zu Vitamin C

Skorbut war eine bei Seefahrern äußerst gefürchtete Krankheit. Chronisten berichteten von mehr als 100 schweren Skorbut-Epidemien zwischen 1556 und 1857. Die Speisen der Seefahrer bestand damals hauptsächlich aus Nahrungsmitteln, die praktisch kein Vitamin C enthalten - Zwieback und Pökelfleisch. Lange Zeit hielt man Skorbut für eine ansteckende Krankheit, da der Zusammenhang mit der Ernährung nicht unmittelbar zu erkennen war. Beim Menschen kommt es erst nach einem monatelang andauernden Vitamin C-Mangel zu den typischen Symptomen.

Zitat von Luis des Camoes (portugiesischer Dichter 1524-1580):

"Es faulte fort mit scheußlichem Gestank, und rings verpestete es die Luft umher, wir hatten keinen weisen Arzt, der Kranke fand selbst nicht einen kundigen Wundarzt mehr."

Die Seefahrer Jaques Cartier (1535), Sir John Hawkins (1593), Sir James Lancaster (1601) und Johannes Dietz (1665) bemerkten wohl als Erste, dass Skorbut durch frisches Gemüse und Früchten verhindert werden konnte. Der Arzt Dr. James Lind empfahl 1753 in Edinburgh Zitrone, Orangen und Apfelwein gegen Skorbut. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bekamen die britischen Seeleute üblicherweise Zitronen- oder Limonensaft, um das Auftreten von Skorbut zu verhindern.

1919 schlug Sir Jack Drummer vor, diesen Faktor der gegen Skorbut wirkte, mit dem Buchstaben C zu bezeichnen. Zilva isolierte 1920 erstmalig Vitamin C aus Zitronen und Albert Szent-Györgyi 1927 aus Paprikaschoten, Kohl und Nebennieren. Sir Walter Norman Haworth und Sir Edmund Hurst schlugen vor, der Skorbut-verhindernden Substanz den Namen L-Ascorbinsäure ("Vermeidung von Skorbut") zu geben. Im gleichen Jahr konnten sowohl Tadeus Reichstein als auch Sir Haworth Vitamin C synthetisieren. Heute wird Vitamin C im Prinzip noch immer nach dem von Reichstein beschriebenen Verfahren hergestellt.