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Antioxidatives Schutzsystem

Fazit

Abb.1
Isolierte Einzelstoffe sind keine Alternative

An einer abwechslungsreichen, vollwertigen Ernährung führt kein Weg vorbeit. Kein Ernährungskonzept bietet einen vergleichbar vielseitigen Cocktail gesundheitsfördernder Substanzen wie der Gabentisch von Mutter Natur. Isolierte Einzelstoffe sollten nur in speziellen, analysierten Bedarfssituationen und nach Beratung durch eine Fachkraft eingenommen werden.

Wenn die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlenswert ist, sollte die Qualität und damit vor allem die Bioverfügbarkeit und die ausgewogene Zusammenstellung der Inhaltsstoffe im Vordergrund stehen. Preiswerte Produkte mit nur einem Wirkstoff bergen die Gefahr der Überdosierung. Gemischte Obst- und Gemüse-Konzentrate, schonend hergestellt und gegebenenfalls getrocknet in Kapselform verfügbar, sind eine Möglichkeit, neben einer ausgewogenen Mischung an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen auch eine Vielzahl an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen mit breitem Wirkspektrum zuzuführen.

Alle essenziellen Stoffe sind wichtig!
Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte sich keinesfalls auf die Bestandteile des antioxidativen Schutzsystems beschränken. Alle essenziellen Bestandteile der Nahrung sind auf die eine oder die andere Weise an Prozessen zur Gesunderhaltung des Organismus beteiligt, sei es im Immunsystem, den körpereigenen Entgiftungsreaktionen und den Reparaturmechanismen.

Ein Nachwort: Lebensverlängerungen durch weniger Radikale?

Studien über lebensverlängernde Aspekte scheinen anzudeuten, dass die Verringerung der individuellen Belastung mit Radikalen und reaktiven Sauerstoff-Verbindungen eine Verlängerung der Lebensspanne in Aussicht stellt. Zwei Theorien stehen dabei im Vordergrund: Hypothermie und kalorische Restriktion.

Studien, die sich mit der Reduzierung der Körpertemperatur von Lebewesen beschäftigen - durch Senkung der Umgebungstemperatur oder infolge einer Genmanipulation - zeigen, dass sich die Lebenserwartung erheblich verlängern lässt, um bis zu 30 % - zumindest bei Fadenwürmern, Fruchtfliegen und Mäusen. Die gleichen Versuchsobjekte zeigten eine deutlich Anhebung der maximalen Lebenserwartung wenn man sie mit nur 70 % ihrer benötigten Kalorienzahl unterernährt.

Statistische Erhebungen beim Menschen haben vielfach den Beweis erbracht, dass eine Überversorgung mit Kalorien eine Vielzahl von Zivilisationskrankheiten hervorruft bzw. begünstigt. Gleichzeitig konnte in Zeiten von Hungersnöten, z.B. nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Deutschland, eine signifikante Abnnahme der Zahl von Zivilisationskrankheiten beobachtet werden. Der Theorie zufolge, die diese Effekte zu erklären versucht, wird bei niedrigen Temperaturen, ebenso wie bei der Zufuhr geringerer Mengen Nahrungsenergie, die Stoffwechselrate und der zelluläre Verbrauch von Sauerstoff verringert. Damit soll auch die Zahl von Radikalen und reaktiven Sauerstoff-Verbindungen als Nebenprodukte der Energiegewinnung im Körper abnehmen.

Für viele Menschen mag ein verlängertes Leben ohne Sport, frierend und hungrig, wenig erstrebenswert erscheinen. Philosophisch betrachtet ist die erreichbare Lebensspanne eher nebensächlich - entscheidend ist wohl, was man mit der Zeit, die einem zur Verfügung steht, anfängt - und wie man sie genießt!

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