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Antioxidatives Schutzsystem

Rutin

Rutin (Quercetin-3-O-rutinosid, "Vitamin C2") ist ein natürlich vorkommendes Flavonol mit antioxidativer Wirkung. Chemisch gesehen ist es ein Glycosid des Quercetins. Der oft für Rutin und auch andere Flavonoide uneinheitlich verwendete Begriff "Vitamin C2" ist irreführend, da es sich nicht um "echte" Vitamine handelt: Flavonoide sind nicht essenziell für die menschliche Ernährung!

Abb.1
Rutin - Glycosid des Quercetins

Wirkung

Abb.2
Zitronen (Citrus limon)

Die Wirkung von Rutin ist sehr vielfältig. Bei der täglichen Nahrungsaufnahme ist vor allem das antioxidative Potenzial von Rutin und seine Fähigkeit freie Radikale abzufangen interessant. Dem Körper hilft es z.B. bei der Produktion von Collagen, hauptsächlich durch den Schutz des Vitamin C, das in der Collagen-Synthese als Reaktionspartner benötigt wird. Allergikern soll es durch Hemmung von Histamin Linderung verschaffen. Zusätzlich wirkt Rutin schwach bakterizid, viruzid und entzündungshemmend.

Wechselwirkung

Es wirkt synergistisch mit Vitamin C zusammen: sie schützen einander vor Radikalen und erhöhen gegenseitig ihre Absorptionsraten. Dieser Effekt ist der Ursprung des verbreiteten Trivilnamen "Vitamin C2" für Rutin. Ebenso wie andere 1,2-Polyphenole kann Rutin Quecksilber und andere Schwermetalle binden (komplexieren) und aus dem Körper ausscheiden. Diese Fähigkeit erstreckt sich aber auch auf frei verfügbare Mineralstoffe wie Calcium, Eisen oder Zink.

Die Bioverfügbarkeit von Rutin und Mineralstoffpräparaten kann sich daher, je nach Mineralstoff oder Spurenelement, wechselseitig hemmen oder verstärken. Obwohl derartige Effekte bisher kaum untersucht sind, ist ein negativer Einfluss auf die Bestandteile der Nahrung kaum zu befürchten: Eine inaktivierende Komplexierung von Metallionen, die schützend in ihre natürlichen Biomoleküle eingebundenen sind, ist unwahrscheinlich. Bei Milch jedoch wurde beobachtet, dass die antioxidative Wirkung des Rutin verloren geht. Wahrscheinlich ist dies auf eine Komplexierung des Calciums zurückzuführen, wie sie von den Polyphenolen des Kaffees und Tees bekannt ist.

Verwendung

Abb.3
Troxerutin

Das Bioflavonoid Troxerutin verringert die Durchlässigkeit kleiner Blutgefäße und wird bei Erkrankungen der Venen, "Krampfadern" und Hämorrhoiden eingesetzt.

Als Medikament ist es bekannt durch seine gefäßstärkende, ödemausschwemmende Wirkung. Deshalb kommen Rutin und seine besser resorptionsfähigen Derivate (Tri- und Tetrahydroxy-ethyl-rutin) oft bei Venenleiden zum Einsatz. In der Gesundheitsvorsorge wird es zur Verbesserung der Elastizität der Gefäßwände und zur Vorbeugung von Gefäßbrüchigkeit eingesetzt. Außerdem verhindert es die Zusammenballung von Blutplättchen, welche die Adern verstopfen können.

Rutin wird neben einer gewissen antibakteriellen und Virus-abtötenden Wirkung auch ein positiver Effekt bei Menschen mit Amalgan-Zahnfüllungen zugeschrieben, der auf der Bindung von Quecksilber beruht. Unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen sind bisher nicht bekannt. Die Wirksamkeit von Rutin-Präparaten scheint an eine tägliche Mindestdosis von 100 mg Rutin gebunden zu sein.

Vorkommen

Rutin ist in vielen Pflanzen enthalten, insbesondere in:

  • Zitrusfrüchten
  • Paprika
  • Buchweizenkraut
  • Himbeeren
  • Holunder
  • Rotwein
  • Knoblauch
  • Kakao (nicht in Gegenwart von Milch, s.o.)
  • Johanniskraut (Hypericum perforatum), Löwenohr (Leonotis) und Pfefferminze (Mentha x piperita)

Quercetin-Gehalte einiger Nahrungsmittel

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