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Antioxidatives Schutzsystem

Resveratrol

Abb.1
Resveratrol

In den Medien wird immer wieder die Frage diskutiert, ob ein moderater Konsum von Rotwein die Gesundheit verbessern kann und beispielsweise das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert. Dieser Effekt wird Resveratrol, einem in roten Trauben besonders hoch konzentrierten Polyphenol, zugeschrieben.

Wirkung

Abb.2
Rotwein

Resveratrol (trans-Stilben-3,4',5-triol) ist ein sowohl in Alkohol und Öl als auch in Wasser lösliches Antioxidans, das zur Gruppe der Polyphenole gehört. Rote Trauben enthalten besonders viele antioxidative Stoffe wie Flavonoide und Polyphenole, vor allem in den Schalen und Kernen. Polyphenole, die oft auch Vitamin P (P für "Polyphenole" und "Protektion") genannt werden, hemmen das gefäßverengende Peptid Endothelin-1. Die Kapillaren weiten sich, so dass insgesamt eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem erreicht wird.

Resveratrol wirkt als Antioxidans und beseitigt freie Radikale in der Zelle. Resveratrol wirkt zudem auch direkt auf bestimmte Enzyme. Es fördert die Aktivität der Chinon-Reduktase, die in Zellen eingedrungene krebserregende Substanzen entgiftet, und hemmt die Cyclooxygenase (COX). Dieses Enzym spielt bei Enzündungsprozessen und der Aktivierung von krebserzeugenden Stoffen eine wichtige Rolle.

Unklar ist immer noch, wieviele der aufgenommenen Polyphenole tatsächlich in die Zellen gelangen. Eine Studie mit Ratten konnte jedoch zeigen, dass Rotwein bereits im Magen die Bildung von Malondialdehyd und Lipidhydroperoxiden deutlich verringert. Darüber hinaus wurde auch die Aufnahme von Zellgiften aus dem Verdauungstrakt ins Blut gehemmt1).

Die Aufgabe des Resveratrols in der Natur ist, die Pflanzen bei feuchter Witterung vor Parasiten- und Pilzbefall zu schützen, z.B. vor Mehltau oder Botrytis.

Verwendung

Auch wenn Resveratrol besonders in den Blickpunkt geraten ist, enthält Wein eine Vielzahl von Polyphenolen und Flavonoiden, die für die gesundheitsfördernden Effekte verantwortlich sein könnten. Eine Einnahme von reinem Resveratrol in Tablettenform wird daher wohl nicht den gleichen Effekt wie das Trinken von Wein haben, zumal Resveratrol wenig wasserlöslich ist und vom Körper nicht in ausreichender Menge resorbiert wird, um eine Wirkung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entfalten.

Bei verschiedenen Erkrankungen wurde Resveratrol als Therapeutikum getestet, mit vielversprechenden Resultaten. Für die therapeutische Anwendung muss allerdings noch das bereits erwähnte Problem der geringen Wasserlöslichkeit von Resveratrol gelöst werden. In der Krebstherapie scheint dieses Polyphenol bei der Abtötung von Krebszellen im Körper zu helfen. In Gehirngewebe aus Alzheimerpatienten sank der Gehalt an Amyloid-β-Peptiden, die die senilen Plaques im Gehirn verursachen. Hier wird vermutet, dass Resveratrol zelluläre Proteasen stimuliert, die diese Amyloid-β-Peptide abbauen. Ob allerdings nach einer oralen Einnahme von Resveratrol im Gehirn überhaupt eine wirksame Konzentration dieses Wirkstoffs erreicht werden kann, ist noch nicht geklärt.

Vorkommen

Resveratrol ist in vielen Pflanzen enthalten, insbesondere in:

  • roten Trauben
  • Erdnüssen
  • Maulbeeren
  • Himbeeren
1)Gorelik, S.; Ligumsky, M.; Kohen, R.; Kanner, J. (2008): The Stomach as a "Bioreactor": When Red Meat Meets Red Wine.. In: Journal of Agricultural and Food Chemistry. ,
  • Quelle
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