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Antioxidatives Schutzsystem

Photoaging

Auf die menschliche Haut wirken nicht nur zahlreiche Schadstoffe aus der Luft, das Ozon und die UV-Strahlung sondern auch Chemikalien, z.B. aus Cremes und Haushaltsreinigern. Dabei ist vor allem die UV-Belastung der Haut ein wichtiger Faktor, die den Alterungsprozess der Haut beschleunigt - das Photoaging.

Durch Bestrahlung mit UV-Licht verringert sich die Dicke der Epidermis, die Haut trocknet aus, die Pigmentierung verändert sich und Falten entstehen. All diese Veränderungen sind normal und hängen vom jeweiligen Alter der Haut ab, werden aber durch UV-Lichteinstrahlung erheblich beschleunigt (daher auch der Begriff engl. photoaging).

An diesem Effekt sind sowohl die kurzwelligere UV-B-Strahlung (290-320 nm) als auch die als auch die längerwellige UV-A-Strahlung (320-400 nm) beteiligt. Etwa 90 % aller Hautschäden sind auf übermäßige Sonnenexposition zurückzuführen.

Starkes UV-Licht schädigt vor allem die Collagenfasern in der Haut und verändert die Struktur der Elastinfasern. Als Folge einer UV-B-Bestrahlung werden in den Zellen Metalloproteasen synthetisiert, die die geschädigten Fasern teilweise reparieren können. Ein Teil dieser Fasern wird jedoch abgebaut und ist als gewisse Vernarbung (solar scar) noch lange nach dem Sonnenbrand in der Haut nachzuweisen. Mit der UV-Strahlung entstehen auch sehr viel mehr Radikale, die diese Metalloproteasen ebenfalls aktivieren, so dass der Prozess des Collagen-Abbaus noch verstärkt wird.

Die Kosmetikindustrie hat hier einen neuen Markt für die Anwendung von Antioxidanzien entdeckt, deren Wirksamkeit allerdings bisher nur bedingt experimentell belegt ist. So werden Sonnenschutzmitteln und after sun-Präparaten neben den UV-A- und UV-B-Filtern mittlerweile auch Lipid-verkapselte Reparaturenzyme, Coenzym Q10 sowie die Vitamine E, C und A zugesetzt, um die Radikale in den Zellen nach einem Sonnenbad besser abbauen zu können.

UV-Strahlung und Krebs

Ein Sonnenbrand hat aber noch ganz andere, gefährlichere Auswirkungen auf die Haut. Das UV-Licht selbst und durch UV-Licht entstehende Radikale verursachen Schäden an der DNA, die zu Keratosen und Carcinomen (schwarzer Hautkrebs oder malignes Melanom) führen. Hieran scheinen besonders Singulett-Sauerstoff-Moleküle beteiligt zu sein.

Verschiedenen Pflanzeninhaltsstoffen wird eine Schutzwirkung gegen UV-induzierte DNA-Schäden zugeschrieben, so z.B. dem Epigallocatechin-3-gallat aus grünem und schwarzem Tee. Im Tierexperiment hemmt dieses Polyphenol die Bildung von Thymidin-Dimeren in der DNA und schützt so die Haut vor Schäden, die zu Hautkrebs entarten können.

Animation zur Bildung von Thymidin-Dimeren in der DNA

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