zum Directory-modus

Ischämie/Reperfusion

Als Ischämie wird eine lokale Sauerstoff-Unterversorgung eines Gewebes oder eines Organs bezeichnet, wie sie z.B. bei einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall auftritt. Ursache der Ischämie ist oft ein verengtes Blutgefäß oder ein lokaler Verschluss z.B. durch ein Blutgerinnsel (Thrombose).

Im Zusammenhang mit oxidativem Stress ist allerdings besonders der Effekt interessant, der nach der Behebung eines solchen Verschlusses (Reperfusion) auftritt. Werden Zellen nach einer Sauerstoff-Unterversorung wieder mit Sauerstoff versorgt, steigt der oxidative Stress in diesen Zellen massiv an. Enzyme wie z.B. die Xanthin-Oxidase und die Phospholipase produzieren auf einmal große Mengen an ROS, in der mitochondrialen Atmungskette entstehen ebenfalls verstärkt ROS, und Eisen wird freigesetzt, das Wasserstoffperoxid in das aggressivere HO-Radikal umwandelt (Fenton-Reaktion). In den betroffenen Geweben treten massive Schäden auf. Medizinisch verursachen diese auf oxidativem Stress beruhenden Schäden große Probleme, z.B, nach einer Organtransplantation (wenn das neue Organ wieder an die Blutversorgung angeschlossen wird) oder nach der operativen Beseitigung eines Gefäßverschlusses (Angioplastie, Bypass-Operationen).