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Antioxidatives Schutzsystem

Estrogene

Abb.1
17β-Estradiol

Estrogene sind eine Gruppe weiblicher Geschlechtshormone, die vorwiegend in den Eierstöcken und im Follikel produziert werden und vom Cholesterol abgeleitet sind. Auch Männer produzieren im Hoden Estrogene bzw. wandeln Testosteron im Fettgewebe enzymatisch in dieses Hormon um, allerdings in geringeren Konzentrationen. Unter dem Einfluss der Steroidhormone entwickeln sich bei Frauen die sekundären Geschlechtsmerkmale, zudem steuern sie den Menstruationszyklus.

Zu den natürlichen Estrogenen zählen Estron, Estriol und das biologisch wichtigste Estrogen, das 17β-Estradiol.

Die Wirkung von 17β-Estradiol als Hormon

Abb.2
Enthält synthetische Estrogene

Die Hormonwirkung der Estrogene beruht darauf, dass diese Moleküle in die Zellen eindringen und an spezielle Hormon-Rezeptoren im Zellplasma binden. Diese Hormon/Rezeptorkomplexe können dann in den Zellkern wandern und dort die Genexpression verändern. Das bedeutet, in der Zelle werden nun einige neue Proteine synthetisiert, während die Synthese anderer Proteine abgeschaltet wird.

Da derartige Estrogen-Rezeptoren auch an knochenbildenden (Osteoblasten) bzw. knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) zu finden sind, ist ein langfristiger 17β-Estradiol-Mangel bei Frauen in den Wechseljahren oft auch mit Osteoporose verknüpft.

Weitere Wirkungen

17β-Estradiol hat über die Hormonwirkung hinaus weitere Funktionen. Neben positiven Effekten auf die Blutgefäße und den Lipidstoffwechsel wirkt 17β-Estradiol aufgrund seines phenolischen Charakters auch antioxidativ. Besonders Nervenzellen sollen durch 17β-Estradiol vor oxidativem Stress und altersbedingten Abbauprozessen geschützt werden, so dass dieses Hormon mittlerweile bei neurodegenerativen Prozessen wie der Alzheimer-Erkrankung therapeutisch eingesetzt wird.

Einige Funktionen des 17β-Estradiols:

  • antioxidative Wirkung
  • Stimulation die Synthese von NO im Gefäßendothel (gefäßerweiternde Wirkung)
  • hemmt die Adhäsion und Aggregation von Thrombocyten
  • senkt die Konzentration an Cholesterol, LDL und Triglyceriden im Lipidstoffwechsel
  • stimuliert die Auflösung von Blutgerinnseln
  • stimuliert die Freisetzung des gefäßerweiternden Prostacyclins

Phytoestrogene

Estrogene und Radikale in den Wechseljahren

Es ist nicht die Aufgabe der Estrogene Radikale zu fangen! Diese dennoch nützliche Fähigkeit wird sogar zu einem Nachteil, wenn das Hormon nicht durch das antioxidative Schutzsystem recycelt wird: Im radikalischen Zustand ist es nicht mehr hormonell aktiv und kann seine Hauptaufgabe nicht erfüllen. Dies wirkt sich besonders negativ in den Wechseljahren aus, wenn die Konzentrationen der Estrogene sinken. Estrogene, die Radikale einfangen, gehen dann verloren und die Stärke der Wechseljahresbeschwerden kann zunehmen. Ein gut funktionierenes antioxidatives Schutzsystem bewahrt die verbliebenen Estrogene vor der Schädigung durch Radikale, so dass sie ihre eigentliche Aufgabe als Hormon erfüllen können. So haben Studien z.B. gezeigt, das eine Erhöhung der Vitamin E-Zufuhr Wechseljahresbeschwerden lindern kann.

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