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Antioxidatives Schutzsystem

Provitamin A: β-Carotin

Carotinoide sind Farbstoffe, die als sekundäre Stoffwechselmetaboliten von zahlreichen Pflanzen gebildet werden und ihnen eine gelb-grüne bis orange-rote Farbe verleihen. In Pflanzen übernehmen Carotinoide oft die Funktion von Sammelfallen-Pigmenten - sie leiten die Energie des Sonnenlichts weiter an das Reaktionszentrum des Photosystems, so dass die betreffende Pflanze besonders effektiv Photosynthese betreiben kann.

Unter den etwa 400 bekannten Carotinoiden ist vor allem das β-Carotin für die menschliche Ernährung wichtig. Da es im Stoffwechsel in zwei Moleküle Vitamin A gespalten werden kann, wird es auch als Provitamin A bezeichnet. Vitamin A wiederum ist Bestandteil des Sehpurpurs und damit für den Sehvorgang unentbehrlich. Carotinoide und ihre Derivate haben aber auch andere Aufgaben im menschlichen Metabolismus, z.B. bei der Regulation der Genexpression. Sie interagieren mit Singulett-Sauerstoffen und Vitamin E bzw. C; auf dieser Eigenschaft beruht die Wirkung dieser Moleküle als Radikalfänger.

Abb.1
Karotten (Daucus carota ssp. sativus)

Rauchen und Alkoholkonsum senkt die Konzentration an β-Carotin im Körper. Vor einigen Jahren galten daher β-Carotine als das Gegegenmittel gegen Nicotin-bedingte Schäden. Auch für Krebspatienten wurde eine Einnahme von β-Carotinen empfohlen, da in dieser Bevölkerungsgruppe eine Unterversorgung diagnostiziert wurde. Möglicherweise sind jedoch hohe Dosen β-Carotin unter bestimmten Bedingungen sogar krebsfördernd. Insbesondere wenn das antioxidative Schutzsystem nicht optimal funktioniert oder überlastet ist, z.B. bei Rauchern, können sich hohe Dosen des Provitamins auch negativ auswirken.

In einer als "Finnische Raucherstudie" bekannt gewordenen ATBC1)-Studie mit fast 30.000 Teilnehmern lag bei Probanden, die β-Carotin bekommen hatten, die Lungenkrebsrate höher als bei der Vergleichsgruppe ohne β-Carotin. Heute dürfen daher Medikamente mit hohem β-Carotin-Gehalt nicht mehr von starken Rauchern eingenommen werden.

Eine zu hohe Aufnahme von Carotinoiden zeigt sich an einer gelb-bräunlichen Färbung der Haut.

Als Lebensmittelzusatzstoff ist pflanzliches β-Carotin als E 160 oder E 160a gekennzeichnet und wird z.B. Margarine als Farbstoff zugesetzt.

Abb.2
α-Carotin
Abb.3
β-Carotin
Abb.4
γ-Carotin
Abb.5
Lycopin
Abb.6
Astaxanthin
Abb.2
α-Carotin
Abb.3
β-Carotin
Abb.4
γ-Carotin
Abb.5
Lycopin
Abb.6
Astaxanthin

Vorkommen

Besonders viel β-Carotin ist enthalten in:

  • Karotten, Kürbisse, Süßkartoffeln
  • Aprikosen, Papayas, Mangos, Nektarinen, Orangen und Pfirsiche
  • Spinat, Brokkoli, Endivien oder Kresse
  • Löwenzahn-Blätter
  • Tomaten, Erbsen, Sauerkirschen, Pflaumen

Die Art der Lagerung hat starke Auswirkungen auf den β-Carotin-Gehalt der Nahrungsmittel: In Anwesenheit von Licht und Sauerstoff sinkt der β-Carotin-Gehalt allmählich. In tiefgefrorenen Lebensmitteln bleibt das β-Carotin jedoch weitgehend erhalten.

Andere Carotinoide, z.B. der Tomatenfarbstoff Lycopin, sind zwar nicht essenziell für den menschlichen Körper, können jedoch ebenfalls als Radikalfänger einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit leisten.

1)ATBC: Alpha-Tocopherol/Beta-Carotin
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