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Antioxidatives Schutzsystem

Aufbau des antioxidativen Schutzsystems

Im Laufe der Evolution in einer Sauerstoff-Atmosphäre hat sich ein Schutzsystem gebildet, das die durch Radikale und hoch reaktive Sauerstoffe entstehenden Schäden begrenzt, verhindert oder beseitigt - das antioxidative Schutzsystem, das aus antioxidativ wirkenden Enzymen und Antioxidanzien besteht.

  1. Antioxidativ wirkenden Enzyme Der wichtigste Bestandteil des antioxidativen Schutzsystems sind antioxidativ wirkenden Enzyme wie die Superoxid-Dismutasen, Katalasen und das Glutathion-System. Bereits die ersten atmenden Lebewesen hatten diese Enzyme in fast identischer Form wie sie heute noch bei Menschen, Tieren, Bakterien und Pflanzen zu finden sind. Antioxidativ wirkende Enzyme reagieren mit Radikalen und reaktiven Sauerstoff-Spezies und wandeln diese in harmlose Moleküle um.
  2. Antioxidanzien Damit Radikale und Sauerstoff-Verbindungen von den Enzymen entschärft werden können bevor sie in ihrer näheren Umgebung massiven Schaden anrichten, benötigt das antioxidative Schutzsystem niedermolekulare Verbindungen, die kurzlebige aggressive Moleküle stabilisieren: die Antioxidanzien. Diese Stoffe reagieren z.B. mit Radikalen und tauschen dabei Elektronen aus. Sie wirken wie ein Transportmittel, das die gefährlich Fracht "Radikale" bis zur Ausscheidung oder Entsorgung sicher aufbewahrt. Anders als Enzyme werden Antioxidanzien in dieser Reaktion verbraucht und müssen entweder regeneriert, vom Organismus neu gebildet oder mit der Nahrung aufgenommen werden. Antioxidanzien unterscheiden sich im Hinblick auf ihre chemisch-physikalischen Eigenschaften und ihre Herkunft (körpereigene Synthese oder z.B. pflanzlicher Ursprung). Wasserlösliche Antioxidanzien wie Vitamin C wirken aufgrund ihrer Eigenschaften eher in wässrigen Kompartimenten der Zelle (Zellplasma, Körperflüssigkeiten), während fettlösliche Antioxidanzien wie Vitamin E oder Ubichinon ihren protektiven Effekt in oder an Membranen ausüben.

Zudem gibt es weitere Verbindungen, die eigentlich andere Aufgaben im Stoffwechsel haben, aber aufgrund ihrer Struktur auch Radikale oder reaktive Sauerstoffe binden können. Wenn diese antioxidativen Verbindungen mehr und mehr Radikale aufnehmen müssen und nicht mehr vom überlasteten antioxidativen Schutzsystem recycelt werden, können sie ihre eigentlichen Aufgaben nicht mehr erfüllen - gegebenenfalls mit Konsequenzen für die Gesundheit.

Die Versorgung mit Antioxidanzien

Mit Ausnahme der Ubichinone, Harnsäure, Bilirubin und der Enzyme können alle anderen Bestandteile des antioxidativen Schutzsystems von den menschlichen Zellen nicht selbst hergestellt werden. Dies trifft vor allem auf die zentralen Elemente des Systems, die Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu.

Mit einer ausgewogenen vollwertigen Ernährung sollten genügend Antioxidanzien aufgenommen werden. In Phasen mit starkem Stress, bei Krankheiten, bei Alterungsprozessen und auch bei exzessivem Sport ist der Bedarf an Antioxidanzien jedoch stark erhöht. Das antioxidative Schutzsystems muss hier unter Umständen durch eine besondere Ernährung unterstützt werden.

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