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Antioxidatives Schutzsystem

Neurodegenerative Erkrankungen

Die Parkinson- und die Alzheimer-Krankheit sind neurodegenerative Erkrankungen, bei denen ebenso wie bei Krebserkrankungen ein Zusammenhang mit oxidativem Stress und dem altersbedingten Nachlassen des antioxidativen Schutzsystems besteht. Dieser Zusammenhang ist durch viele Befunde belegt, auch wenn noch nicht klar ist, wie und auf welche Zellstrukturen der Neuronen der oxidative Stress nun genau wirkt. Sicher ist jedenfalls, dass die Lipid-Peroxidation durch ROS1) und radikalische Angriffe auf die Mitochondrien der Zellen eine wichtige Rolle im Krankheitsprozess spielen.

Mitochondrien in neuronalen Zellen

Zellen im zentralen Nervensystem des Menschen enthalten zahlreiche Mitochondrien, die dementsprechend viel Sauerstoff umsetzen und als toxisches Nebenprodukt unweigerlich auch einen gewissen Anteil an ROS produzieren. Zudem enthalten die Cerebralflüssigkeit und möglicherweise auch einige Gehirnareale einen hohen Anteil an nicht Protein-gebundenem Eisen, die in der so genannten Fenton-Reaktion große Mengen an Radikalen produzieren.

H2O2 + Fe2+Fe3+ + OH + HO

In der Fenton-Reaktion wird Wasserstoffperoxid in das äußerst aggressive Hydroxyl-Radikal gespalten.

Besonders die mitochondriale DNA ist gegenüber diesen Hydroxyl-Radikalen sehr sensibel. Schäden an Proteinen der Atmungskette führen möglicherweise dazu, dass hier noch mehr ROS durch "undichte Stellen" in der Atmungskette produziert werden und ein gefährlicher Zyklus einsetzt.

1)ROS: reaktive Sauerstoff-Spezies
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