zum Directory-modus

Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten

Allergievorsorge bei Kindern

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind an Allergien erkrankt, steigt mit der Zahl allergischer Erkrankungen der Eltern. Sind beide Eltern Allergiker, nimmt das Risiko einer Allergieentstehung beim Kind noch einmal erheblich zu. Vererbt wird dabei keine spezielle Allergie, sondern nur die erhöhte Bereitschaft eine Allergie zu entwickeln. Kinder können deshalb völlig andere Allergien entwickeln als ihre Eltern oder ihre Geschwister.

Während der Stillperiode ist das noch ungeschulte darmassoziierte Immunsystem des Säuglings besonders empfindlich für eine Sensibilsierung. Insbesondere Kuhmilch und Hühnereiweiß lösen bei Kinder in den ersten drei Lebensjahren eine Neurodermitis (atopische Dermatitis) aus. Derart früh auftretende Nahrungsmittelallergien sind meist ein Warnzeichen für ein hohes allergisches Sensibilisierungspotential und machen spätere allergische Erkrankungen wahrscheinlich. Auch wenn sich eine Allergie nicht heilen lässt und die Chance gering ist, dass die Allergie in einem späteren Lebensabschnitt verschwindet, lässt sich mit verschiedenen Vorsorgemaßnahmen das Risiko einer Allergieentstehung senken.

Tipps zur Risikominimierung bei allergiegefährderten Kindern

Abb.1
Gesunde Landluft

Kinder die auf einem Bauernhof aufwachsen, haben ein deutlich niedrigeres Risiko Allergien zu entwickeln.

  • strikte Meidung von aktivem und passivem Nicotinkonsum in der Schwangerschaft; Babys und Kleinkinder keinem Nicotinrauch aussetzen
  • während der Schwangerschaft allergiepotente Nahrungsmittel (Hühnereiweiß, Milchprodukte, Fisch, Nüsse, Zitrusfrüchte) einschränken sowie nur gut erhitzt (denaturiert) und im 4-Tage-Rhythmus essen
  • Stillen bis zum 6. Lebensmonat - mütterliche Immunkomponenten aus der Muttermilch unterstützen die Entwicklung des kindlichen Immunsystems
  • allergenarme Beikost erst ab dem sechsten Monat zufüttern und die verwendeten Nahrungsmittel erst im Abstand von 4-6 Tagen wieder verwenden
  • Einschränkung oder Meidung von Kuhmilch, Eiprodukten und Hühnereiweiß in den ersten 1-2 Lebensjahren
  • bei bestehenden Allergien hydrolysierte Nahrung (hypoallergene Nahrung, HA-Nahrung) in den Ernährungsplan einbeziehen
  • salzarme Erwachsenenkost erst nach dem ersten Lebensjahr schrittweise einführen
  • keine übertriebene Reinlichkeit - Kinder die ungenügenden Kontakt mit Erregern haben, entwickeln häufiger Allergien
  • in den ersten 4-6 Jahren keine Haustiere in der Wohnung halten
  • Umweltschadstoffe so weit wie möglich meiden
  • keine parfümierten Körperhygienemittel verwenden
Seite 12 von 12>