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Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten

Änderung der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung zum 12.11.2004

Die Europäische Union hat auf die Problematik der für Allergiker unzureichend gekennzeichneten Lebensmittel reagiert. Mit der Richtlinie 2003/89/EG hat sie veranlasst, Stoffe, die Allergien, Pseudoallergien und Intoleranzen auslösen können, zukünftig auf der Zutatenliste eines Lebensmittels aufzuführen. Damit soll dem Verbraucher die Möglichkeit gegeben werden, unmittelbar auf der Zutatenliste zu erkennen, ob das Lebensmittel einen allergenen oder unverträglichen Rohstoff enthält. Mit dem Inkrafttreten der 3. Änderungsverordnung zur deutschen Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung (LMKV) vom 13. November 2004 wurde diese EU-Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt. Seit dem 25. November 2005 ist die neue Kennzeichnungsverordnung für alle Mitgliedsstaaten der EU bindend.

Anlage 3 der LMKV listet jene anzugebenden Zutaten auf, "die allergische oder andere Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können" (BGBl. I 2004, 2800). Die aufgelisteten 12 Stoffe bzw. Stoffgruppen lösen rund 90 % aller Lebensmittelallergien aus.

LMVK Anlage 3 zu § 3 Abs. 1 Nr. 3, § 5 Abs. 3 und § 6
  • Glutenhaltiges Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder Hybridstämme davon) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Krebstiere und daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Eier und daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Fisch und daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Erdnüsse und daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Soja und daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Milch und daraus hergestellte Erzeugnisse (einschließlich Laktose)
  • Schalenfrüchte: Mandel (Amygdalus communis L.), Haselnuss (Corylus avellana), Walnuss (Juglans regia), Kaschunuss (Anacardium occidentale), Pecannuss (Carya illinoesis (Wangenh.) K. Koch), Paranuss (Bertholletia excelsa), Pistazie (Pistacia vera), Macadamianuss und Queenslandnuss (Macadamia ternifolia) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Sellerie und daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Senf und daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Sesamsamen und daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Schwefeldioxid und Sulfite in einer Konzentration von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/L, als SO2 angegeben

Eine Übergangsregelung ermöglichte es der Industrie, sich auf die neue Kennzeichnungsverordnung einzustellen und ihre Zutatelisten anzupassen.

LMKV § 10a Abs. 9
Lebensmittel, die den Vorschriften dieser Verordnung in der ab dem 13. November 2004 an geltenden Fassung nicht entsprechen, dürfen noch bis zum 24. November 2005 nach den bis zum 12. November 2004 geltenden Vorschriften gekennzeichnet und auch nach dem 24. November 2005 noch bis zum Aufbrauchen der Bestände in den Verkehr gebracht werden.

Bei der European Food Safety Authority (EFSA) sind allerdings Ausnahmeanträge für eine Vielzahl von Verarbeitungserzeugnissen aus allergenen Zutaten gestellt worden.

Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht

Weiterführende Links:

Verordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln: PDF-File

Amtsblätter der Europäischen Union: Bereich "Lebensmittel"

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