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Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten

Pseudoallergien und Intoleranzen gegenüber Lebensmitteln

Intoleranzen und Pseudoallergien unterscheiden sich dadurch von Allergien, dass auf zellulärer und biochemischer Ebene keine allergietypischen Immunreaktionen nachweisbar sind, z.B. Antigen-Antikörper-Komplexe. Die einer Allergie ähnlichen Symptome entstehen ohne Beteiligung des Immunsystems, Allergietests sind daher bei der Diagnose unbrauchbar. Da es keine Sensibilisierungsphase gibt, können die Symptome schon beim allerersten Kontakt auftreten.

Tab.1
Pseudoallergene Stoffe
StoffklasseStoffgruppen und Nahrungsmittel
NahrungsmittelzusatzstoffeBenzoate, Sulfite, Azofabstoffe, Säuerungsmittel, Emulgatoren
SalicylateStein- und Beerenfrüchte, Trauben, Orangen, Zitronen, Bananen, Erbsen, Mandeln, u.a.
biogene AmineFisch, Schalentiere, Käse, Schokolade, Bananen, Erdbeeren, Tomaten, u.a.
unspezifische Histamin-LiberatorenZitrusfrüchte, Erdbeeren, Tomaten, Eier, Schalentiere
Hinweis
Im Internet führt die Datenbank von Zusatzstoffe online detaillierte Informationen zu allen zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffen, inklusive einer Einschätzung des Gesundheitsrisikos und der empfohlenen täglichen Aufnahmemenge (ADI-Wert).

Für die Diagnose eignet sich neben dem Provokationstest unter ärztlicher Überwachung vor allem eine Eliminations- oder Rotationsdiät.

Intoleranzen gehen auf einen vererbten oder erworbenen Enzymmangel bzw. -defekt zurück, z.B.

  • Intoleranz gegenüber dem Gewebehormon Histamin (Mangel des Enzyms Diamin-Oxidase)
  • Intoleranz gegenüber Lactose/Milchzucker (Mangel des Enzym Lactase)

Die Symptome werden von einem Überschuss des von dem betreffenden Enzym nicht mehr oder nur unzureichend verarbeiteten Substrats hervorgerufen.

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