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Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten

Allergien, Pseudoallergien und Intoleranzen durch Lebensmittel

Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel, Lebensmittelbestandteile oder Zusätze stellen ein zunehmendes Problem dar. Die stetig wachsende Zahl der Betroffenen, die speziellen Schwierigkeiten bei der Identifizierung des Auslösers, bei der Diagnose sowie bei der Behandlung geben diesem Beschwerdebild einen besonderen Stellenwert.

Lebensmittelunverträglichkeiten lassen sich unterteilen in

  • echte Lebensmittelallergien,
  • Pseudoallergien und
  • Intoleranzen.

Umfragen haben ergeben, dass zwar jeder Vierte angibt, unter einer Lebensmittelallergie zu leiden, tatsächlich lässt sich jedoch nur bei 2,4 % der Erwachsenen und bis zu 6 % der Kinder eine echte Allergie nachweisen. Die übrigen Betroffenen zeigen nach dem Verzehr von Lebensmitteln allergieähnliche Symtome, die als Pseudoallergie oder Intoleranz klassifiziert sind, weil sich bei ihnen keine für Allergien typische Beteiligung des Immunsystems nachweisen lässt.

Die allergischen bzw. pseudoallergischen Symptome sind individuell in Art und Stärke sehr unterschiedlich ausgeprägt: Zungenbrennen, Zahnfleischentzündungen, Fieberempfindung, Magen-Darm Beschwerden, Kopfschmerzen, Migräne, Juckreiz, Hautausschläge (Ekzeme), Haarausfall, Herzrasen, Kurzatmigkeit, trockener Reizhusten, saisonales und ganzjähriges Asthma und Heuschnupfen können einzeln oder in Kombination auftreten. Wie bei allen Erkrankungen, bei denen das Immunsystem verstärkt aktiv ist, werden auch Müdigkeit, schnelle Erschöpfung, Antriebs- und Lustlosigkeit, bis hin zu depressiven Verstimmungen beobachtet.

Ein anaphylaktischer Schock und der Tod durch Versagen des Herz-Kreislauf-Systems sind bei Nahrungsmittelallergien glücklicherweise sehr selten. Bildet sich ein Glottisödem in der Speiseröhre, besteht allerdings die Gefahr des Erstickens durch Verengung der Luftröhre.

In Abhängigkeit von der Dauer und Wiederholung des Allergenkontakts und dem Allergietyp äußern sich die Symptome unmittelbar, bis zu 72 Stunden verzögert oder chronisch (siehe Abschnitt Allergietypen).

Die bisher nicht vorhandene Kennzeichnungspflicht von möglicherweise unverträglichen Lebensmittelzusätzen war für Allergiker besonders kritisch. Zusätze von z.B. Sojaproteinen, Nüssen und anderen Allergieauslösern konnten auf der Zutatenliste in Form ihrer Zusatzstoffklasse (Emulgator etc.) maskiert werden, wenn ein gewisser Prozentsatz am Gesamtlebensmittel nicht überschritten wurde. Seit November 2004 schreibt eine EU-Richtlinie und die daraus abgeleitete Änderung der deutschen Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung die Kennzeichnung unverträglicher Zusätze vor.

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