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Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten

Identifizierung der Auslöser von Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Das größte Problem bei der Diagnose einer Nahrungsmittelallergie ist die Unzuverlässigkeit vieler Allergietests. Vor allem Hauttests, die bei Pollenallergien gute Ergebnisse zeigen, versagen bei Nahrungsmitteln oft. Eine professionell begleitete Rotationsdiät führt zwar meist zu einem aussagekräftigen Ergebnis, verlangt aber einen erheblichen Zeitaufwand, der mehrere Monate betragen kann. Die schnellsten zuverlässigen Resultate liefern Bluttests, auch wenn es Unterschiede zwischen dem Verhalten von Blutlymphocyten und der Reaktivität einer Mastzelle in der Schleimhaut gibt.

Hauttests

Abb.1
Prick-Test auf den Unterarmen

Bei einem Hauttest werden ausgesuchte Hautpartien mit eine verdünnter Lösung des Allergens in Kontakt gebracht. Als Negativprobe wird eine NaCl-Lösung verwendet, die keine Hautreaktion auslösen sollte, als Positivprobe für eine starke Vergleichsreaktion eine Histamin-Lösung.

Hinweis
Vor einem Hauttest müssen Antiallergika wie Antihistaminika, Corticosteroide und Leukotrien-Antagonisten abgesetzt werden, da sie das Ergebnis verfälschen können.

Der Prick- und Scratch-Test

Der Epikutan-Test

Der Intrakutan-Test

Bluttests

Bluttests sind vor allem für Kinder weniger riskant und belastend als ein Hauttest. Außerdem wird der Test nicht durch die Einnahme von Antiallergika beeinflusst. Bestimmt werden entweder Immunparameter im Blut (RAST1)) oder die direkte Reaktion der Immunzellen auf den Kontakt mit dem Allergen wird beobachten (LTT2)). Beim so genannten großen Blutbild geben bereits die Konzentration einzelner Immunzelltypen Hinweise auf eine erhöhte Allergiebereitschaft (Differentialblutbild). Bei Allergikern sind typischerweise die Zahl der eosinophilen Granulocyten erhöht.

Der RAST

Der EAST

Der Lymphocyten-Transformations-Test (LTT)

Provokationstests

Beim Provokationstest verzehrt der Patient das verdächtigte Lebensmittel während ein Arzt, der in Notfall eingreifen kann, die Reaktionen beobachtet. Es ist die zuverlässigste aber auch unangenehmste und riskanteste Methode, insbesondere für den Nachweis von Typ I-Reaktionen.

Diättests

Ein Diättest kann als Suchprovokationstest mit geringerem Risiko betrachtet werden. Ziel der manchmal monatelangen Prozedur ist es, die verdächtigen Lebensmittel im Alltag direkt zu überprüfen. Getestet werden vor allem pseudoallergene und intolerante Narungskomponenten. Besonders wichtig für den Erfolg ist das führen eines detaillierten Diättagebuchs. In ihm werden die verzehrten Lebensmittel mit Menge und Uhrzeit der Aufnahme sowie alle auftretenden Symptome und Befindlichkeiten protokolliert.

Hinweis
Lebensmittel, von denen bereits bekannt ist, dass sie heftige Reaktionen auslösen, sollten gar nicht oder nur unter strenger ärztlicher Kontrolle in Diättests einbezogen werden.

Die Rotationsdiät

Die Eliminierungsdiät

1)RAST: Radio-Allergo-Sorbent-Test
2)LTT: Lymphocyten-Transformations-Test
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