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Schokolade gegen die Winterdepression - ein Exkurs

Winterzeit, Schokozeit.

Die Winterdepression, medizinisch als Saison-abhängige Depression oder seasonal affective disorder (SAD) bezeichnet, wird oft von einem Mangel an Serotonin begleitet. Ursache ist die Abnahme der täglichen Sonneneinstrahlung. Um möglichst viel Sonnenlicht in die Haut gelangen zu lassen, das für die Produktion von Vitamin D notwendig ist, wird das Hormon Melatonin vermehrt ausgeschüttet: es induziert den Abbau des Hautfarbstoffs Melatonin. Als Ausgangssubstanz für das Melatonin wird jedoch Serotonin benötigt, dessen sinkende Konzentration die Stimmungslage beeinträchtigt. Behandeln lässt sich eine solche lichtabhängige Winterdepression am besten durch eine Bestrahlung des Körpers mit speziellen Tageslichtlampen. Wichtig ist, das Licht auch über die Augen aufzunehmen, denn die Melatonin-ausschüttende Epiphyse sitzt direkt an der Kreuzung der beiden Sehnerven.

Wie effektiv Schokolade das Wohlbefinden stärkt und als nicht verschreibungspflichtiges Therapeutikum wider die Winterdepression genutzt wird, kann man an der statistischen Verteilung des weltweiten Schokoladen-Konsums erkennen. Je weiter man sich geographisch vom Äquator entfernt, sich in Richtung Pol bewegt und sich damit immer schwächerem Tageslicht aussetzt, desto höher steigt der individuelle Verbrauch an Schokolade.

Die intuitive Neigung, eine Winterdepression mit dem Verzehr von Kohlenhydraten zu lindern, kann jedoch zu Begleiteffekten führen, die ihrerseits das Potenzial für depressive Phasen haben. Der vielsagende englische Fachbegriff dafür lautet carbohydrate-craving obesity (CCO), was man etwas holprig mit "einer auf dem Verlangen nach Kohlenhydrat beruhenden Fettleibigkeit" übersetzen kann. Die Gefahr, sich durch den unkontrollierten Verzehr von Schokolade optisch der fülligen Erscheinung des Weihnachtsmannes anzunähern, scheint für viele jedoch vernachlässigbar, verglichen mit den Vorzügen, die Schokolade zu bieten scheint.