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Neuromodulierende Wirkstoffe

Leistungssteigerung in Sport und Beruf - eine kurze Einleitung

Abb.
Auch im Pferdesport wird gedopt

Die Einnahme leistungssteigernder Substanzen war vermutlich bereits in der Antike unter Sportlern weit verbreitet. Der Nachweis von Doping hingegen ist eng mit der Entwicklung chemischer Testverfahren im 20. Jahrhundert verknüpft.

Der erste positive Dopingbefund der Geschichte stammt aus dem Jahr 1910, als in Österreich zum ersten Mal Spuren von Alkaloiden im Speichel von Rennpferden identifiziert werden konnten. Heute umfasst die offizielle IOC1)-Liste verbotener Wirkstoffe im Pferdesport mehr als 100 verschiedene Wirkstoffe, die zu den Stimulanzien, Analgetika, Narkotika, Anabolika, Betablockern, Diuretika oder nicht-steroidalen Antiphlogistika zählen.

Bei Teilnehmern der Olympischen Spiele werden seit 1968 Dopingtests durchgeführt, nachdem der dänische Radsportler Knut Enemark Jensen 1960 während der Olympischen Spiele aufgrund von Amphetamin-Doping starb und damit die Diskussion über Nutzen und Risiken leistungssteigernder Wirkstoffe entfachte. Aber nicht nur im Hochleistungssport ist Doping schon seit vielen Jahren ein heiß diskutiertes Thema. Schätzungen zufolge sind fast 20 % der Läufer bei Volksläufen auf die eine oder andere Art und Weise "gedopt".

IOC-Liste der verbotenen Substanzen

Doping bei Pferden

Neben Sportlern greifen auch Chirurgen, Schichtarbeiter, Berufskraftfahrer oder Piloten immer häufiger zu Medikamenten, um den enormen Anforderungen ihres Berufes gewachsen zu sein. Hier sind es vor allem die Psycho- und Neuropharmaka, mit denen die Leistungs- und Merkfähigkeit gesunder Menschen am Arbeitsplatz gezielt erhöht oder die allgemeine Stimmungslage positiv beeinflusst wird, um Unsicherheit, Unwohlsein oder Schüchternheit in bestimmten Stresssituationen zu überspielen.

Dabei stehen bestimmte Wirkstoffgruppen im Vordergrund:

  • stimulierende Wirkstoffe wie Amphetamine und Amphetamin-Derivate
  • Antidementia gegen Altersdemenz oder Alzheimer
  • Antidepressiva, besonders solche, die auf den Serotonin-Stoffwechsel wirken
  • körpereigene Substanzen (Blutdoping, Gendoping, Kreatin)

Literatur

Müller-Platz, C.; Boos, C.; Müller, R. K. (2006): Doping beim Freizeit- und Breitensport. In: Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Robert-Koch-Institut34, ISBN: 978-3-89606-174-4
1)IOC: International Olympic Committee
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