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Neuromodulierende Wirkstoffe

Illegale Drogen

Illegale Drogen

  • wirken schmerzstillend,
  • anregend, berauschend, bewusstseinserweiternd und euphorisierend.

Cannabis

Cannabis (Canna, indisch für "Hanf") ist der lateinische Name der Hanfpflanze und bezeichnet auch die aus Hanf hergestellten Rauschmittel, vor allem Marihuana und Haschisch. Cannabis ist die am weitesten verbreitete illegale Droge in Deutschland. Jeder vierte Jugendliche hat bereits einmal Cannabis konsumiert, zumeist werden die Risiken des Cannabis-Konsums unterschätzt. Von den etwa zwei Millionen vor allem jungen Cannabis-Konsumenten sind vermutlich etwa 400.000 abhängig. Der frühe Cannabis-Konsum erhöht das Risiko einer späteren Drogenabhängigkeit, das Auftreten von Psychosen und langfristigen neurokognitiven Beeinträchtigungen.

Abb.1
Δ9-Tetrahydro-cannabinol

Die berauschende Wirkung von Cannabis beruht insbesondere auf den cannabinoiden Wirkstoffen Δ9-Tetrahydro-cannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Die Wirkung tritt beim Rauchen innerhalb einer halben Stunde ein, kann aber bei oraler Aufnahme auch bis zu fünf Stunden verzögert sein. Es kommt zu Wahrnehmungsveränderungen bei Farben und Geräuschen, die Zeitwahrnehmung und das Kurzzeitgedächtnis sind beeinträchtigt, auch Halluzinationen sind möglich. Der Mischkonsum von Cannabis mit anderen illegalen Drogen führt u.U. zu gefährlichen und für den Konsumenten äußerst unangenehmen Wechselwirkungen.

  • Marihuana wird geraucht. Der Begriff bezeichnet die mit oder ohne anhängenden Blättern getrocknet weiblichen Blütenstände ohne Samen. Der Wirkstoffgehalt liegt bei 1-3 %.
  • Haschisch ist das gepresste Harz der Pflanze, das geraucht oder in Fett gelöst zur Herstellung THC-haltiger Nahrungsmittel eingesetzt wird. Mit 3-6 % ist der Wirkstoffgehalt etwas höher als bei Marihuana.
  • Haschischöl ist mit Lösungsmitteln aus der Pflanze extrahierte THC. Dieser Extrakt wird verdampft und eingeatmet, mit Tabak vermischt, geraucht, gelutscht oder zur Herstellung THC-haltiger Nahrungsmittel eingesetzt und enthält mit bis zu 80 % THC die höchste Wirkstoffkonzentration.

Cocain

Abb.2
Cocain

Cocain (3β-Benzoyloxy-2β-tropancarbonsäure-methylester) wird aus den Blättern eines vor allem in Südamerika und auf Java vorkommenden Coca-Strauches hergestellt und gehört chemisch zu den Tropanalkaloiden. Coca-Blätter werden von vielen indigenen Völkern als Rauschmittel gekaut. Das Hydrochlorid, Cocain · HCl, wird intravenös, oral oder intranasal (so genanntes Koksen) appliziert oder mit Backpulver und Wasser aufgekocht (Crack, Freebase) und geraucht. Cocain hemmt am synaptischen Spalt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin in die präsynaptische Membran, so dass die Konzentration der Transmitter im synaptischen Spalt ansteigt und das Signal verstärkt wird.

Beim Konsum von Cocain steigen Blutdruck, Puls- und Atemfrequenz an und euphorische Zustände stellen sich ein. Bei einer Überdosierung kommt es zu Nervosität, Angstzuständen und paranoiden Stimmungen. Medizinisch wird Cocain bereits seit 1879 zur Behandlung der Morphin-Abhängigkeit und als Schmerzmittel eingesetzt.

Heroin

Abb.3
Morphine

Heroin (Dicetylmorphin, Diamorphin, u.a. Dope, Schnee oder Speedball genannt) wird zu den Opiaten gerechnet, es ist aber ein halbsynthetisches Rauschmittel, das durch Acetylierung aus Morphin (Schlafmohn-Opiat) hergestellt wird und das stark analgetische Wirkung hat. Der englische Chemiker C. R. Wright synthetisierte 1873 erstmalig Diacetylmorphin aus Morphin und Essigsäureanhydrid, das damals als Schmerz- und Hustenmittel verkauft wurde, bevor man das Suchtpotenzial dieser Substanz erkannte. (Heute wird Codein als verschreibungspflichtiger Hustenstiller eingesetzt.)

Heroin wird geraucht, durch die Nase aufgesogen, intravenös gespritzt oder auf einer Alufolie erhitzt und die aufsteigenden Dämpfe inhaliert. Beim Spritzen geht das Heroin sofort in die Blutbahn und wirkt daher am schnellsten; diese Anwendungsart macht auch am schnellsten süchtig.

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