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Neuromodulierende Wirkstoffe

Antidepressiva

Der Serotoin-Stoffwechsel im Gehirn

Der Neurotransmitter Serotonin (5-Hydroxytryptamin oder 5-HT) wirkt vor allem im Zentralnervensystem (ZNS) und auf die Magen-Darm-Tätigkeit. Ein Mangel des Botenstoffs Serotonins ist vermutlich maßgeblich bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Depressionen und anderen psychischen Störungen beteiligt. Durch eine Erhöhung der Serotonin-Konzentration lassen sich die Symptome bei derartigen Störungen deutlich verbessern - aus diesem Grund wird Serotonin umgangssprachlich auch oft als das "Glückshormon" bezeichnet.

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Abb.1
Abb.2

Serotonin wird nach der Freisetzung im synaptischen Spalt durch den Serotonin-Transporter (SERT) wieder aufgenommen und recycelt. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (selective serotonin re-uptake inhibitors oder SSRIs hemmen die Wiederaufnahme (re-uptake) von Serotonin in das präsynaptische Neuron des synaptischen Spalts, so dass in der Gewebeflüssigkeit des Gehirns mehr von diesem Neurotransmitter zur Verfügung steht - ein effizienter Therapieansatz bei Depressionen.

Serotonin wird im Gehirn durch die Monoamin-Oxidase (MAO) abgebaut. Ein weiterer Ansatz zur Therapie depressiver Störungen besteht darin, dieses abbauende Enzym zu hemmen, z.B. durch die MAO-Inhibitoren Tranylcypromin und Moclobemid.

Serotonin als Glücksdroge?

Alle Stoffe, die die Serotonin-Konzentration im Gehirn steigern, lassen sich rein theoretisch betrachtet auch zur gezielten Stimmungsaufhellung verwenden. Therapeutisch für die Leistungssteigerung von depressiven Patienten eingesetzt lässt sich allerdings oft nicht unterscheiden, ob der leistungsfördernde Aspekt dem Medikament zuzuschreiben ist oder dem Effekt, dass sich eine verbesserte Stimmungslage positiv auf die Lernleistung bzw. die Merkfähigkeit auswirkt.

Ob sich Medikamente, die auf den Serotonin-Stoffwechsel wirken, zum Neuroenhancement eignen, ist derzeit eher fraglich. Einige wenige, an gesunden Menschen durchgeführte Studien deuten vielmehr darauf hin, dass diese Medikamente nicht besser wirken als ein Placebo - zudem aber Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Übelkeit und Kopfschmerzen verursachen.

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