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Neuromodulierende Wirkstoffe

Amphetamine

Amphetamine

  • hemmen den Appetit,
  • erhöhen die körperliche Leistungsfähigkeit und
  • wirken anregend und euphorisierend.

Amphetamine

Abb.1
Amphetamin

Amphetamine (α-Methylphenethylamin, Phenylisopropylamin), auch Speed oder Hard Pep genannt, sind synthetische Drogen mit anregender, appetithemmender und euphorisierender Wirkung. Amphetamine gelten als typische Partydrogen, da sie die Müdigkeit unterdrücken und das Selbstbewusstsein steigern - sie steigern aber auch die Aggressivität und haben ein hohes Suchtpotenzial. Die Plasmahalbwertszeit von Amphetamin beträgt ca. zehn Stunden. Erst nach zwei Tagen ist dieser Wirkstoff komplett aus dem Organismus eliminiert ist. Der Erwerb, Besitz und Handel von Amphetaminen ist in Deutschland laut Betäubungsmittelgesetz verboten und wird strafrechtlich verfolgt.1)

Das weiße Pulver wird in Pillen- oder Kapselform geschluckt, geschnupft oder (seltener) gespritzt, geraucht oder inhaliert. Die Reinheit der Präparate ist allerdings oft zweifelhaft, so dass die Gefahr der Überdosierung vom Konsumenten kaum eingeschätzt werden kann. Die Wirkung von Speed hält lange an und ähnelt der Wirkung von Cocain.

Amphetamine fördern die Ausschüttung und hemmen gleichzeitig die Wiederaufnahme von Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin im Zentralnervensystem, so dass die Konzentration dieser drei Neurotransmitter im synaptischen Spalt stark ansteigt.

Abb.2
Phenylethylamin-Derivate

Phenylethylamin-Derivate ähneln dem körpereigenen Neurotransmitter Dopamin

Doping zu Kriegszwecken

Nebenwirkungen der Amphetamine

Nebenwirkungen sind vor allem eine hohe Suchtgefahr. Amphetamine erhöhen aber auch die Aggressivität, Unruhe und Angst, verusacht Schlafstörungen, Herzrasen, Herzklopfen, Fieber und Muskelzittern. Bei längerem Konsum in hohen Dosen sind diese Wirkstoffe mit erheblichen Nebenwirkungen assoziiert und lösen u.a. Psychosen, Halluzinationen, Kreislaufkollaps, Atemlähmungen und schwere psychische Abhängigkeit aus. Amphetamine verengen die peripheren Blutgefäße und können so in bestimmten Situationen (z.B. bei starker körperlicher Betätigung) einen Wärmestau verursachen, da die Wärme nicht mehr ausreichend über die Haut abgegeben werden kann - eine Situation, in der oft Herzinfarkte, nicht selten sogar mit tödlichem Ausgang beobachtet werden.

Nachgewiesenermaßen durch Amphetamin-Doping zu Tode gekommen sind z.B. der dänische Radrennfahrer Knut Erik Jensen (Olympische Spiele 1960) und der britische Radrennfahrer Tom Simpson (Tour de France 1967).

Methamphetamin

Abb.3
Methamphetamin

Methamphetamin (N-Methylamphetamin, (S)-N-Methyl-1-phenylpropan-2-amin), auch Cystal (Kistall), Crystal Speed, Meth oder Crystal Meth genannt, ist ein synthetisches Stimulans auf Amphetamin-Basis. Es ist lipophiler als Amphetamin und gelangt daher rascher ins Gehirn – die Rauschwirkung und auch das Suchtpotenzial sind daher im Vergleich zu Amphetamin erhöht.

Die Einnahme von Crystal über die Nase (schniefen), Rauchen oder eine Injektion verursacht Euphorie, verringert Hunger, Durst und das Schlafbedürfnis, steigert die Leistungsfähigkeit und das sexuelle Verlangen. Bei höheren Dosen können auch Halluzinationen auftreten, starke Schweißbildung, Schwindelgefühle, Kreislaufprobleme und Angstzustände. Methylamphetamin kann zu einer psychischen Abhängigkeit führen und das Risiko einer Parkinson-Erkrankung erhöhen5).

Cathinon

Abb.4
(-)-Cathinon

Cathinon ist ein Alkaloid aus den Blättern des Kathstrauch (Catha edulis) und zählt ebenfalls zu den Amphetaminen. Als Droge mit dem Namen Khat gekaut wird es vor allem in Afrika und der arabischen Welt konsumiert. Cathinon steigert die Freisetzung von Dopamin und Serotonin im Zentralnervensystem und wirkt schmerzstillend, zu den Nebenwirkungen gehören Hyperaktivität, Verwirrtheit, erhöhter Blutdruck, Hyperthermie und Krämpfe.

1)Amphetamin und Methamphetamin – Personengruppen mit missbräuchlichem Konsum und Ansatzpunkte für präventive Maßnahmen: Sachbericht
5)Callaghan, R. C.; Cunningham, J. K.; Sykes, J.; Kish, S. J. (2012): Increased risk of Parkinson's disease in individuals hospitalized with conditions related to the use of methamphetamine or other amphetamine-type drugs. In: Drug and Alcohol Dependence. 120 (1-3) , 35-40
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