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Neuromodulierende Wirkstoffe

Ecstasy

  • erhöht die körperliche Leistungsfähigkeit und
  • erzeugt ein Glücksgefühl.
Abb.1
MDMA

Ecstasy (XTC) ist die Sammelbezeichnung für eine bestimmte Gruppe von Amphetaminen. Diese leiten sich vom Wirkstoff MDMA ab, der racemischen Verbindung 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin, die erstmalig 1912 von der Firma Merck synthetisiert wurde.

Ecstasy wird in Pillenform konsumiert und bewirkt vor allem die Ausschüttung von Serotonin, aber in geringerem Maße auch von Dopamin und Noradrenalin. Gleichzeitig wird die Wiederaufnahme der Neurotransmitter in die präsynaptische Membran gehemmt. Die unterschiedlich substituierten Derivate haben eine jeweils etwas andere Wirkung:

  • MDMA (3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin) wurde zunächst in der Psychotherapie verwendet, bevor es als Partydroge sehr populär wurde. Die meisten Ecstasy-Pillen enthalten MDMA als Wirkstoff und rufen euphorische Gefühle hervor. Die Fähigkeit zur Empathie und das Mitteilungsbedürfnis ist gesteigert und rhythmische Bewegungen wie beim Tanzen nach Technomusik werden sehr positiv erlebt.
  • MDA (3,4-Methyldioxy-amphetamin, auch hug drug genannt) ist ein Zwischenprodukt der MDMA-Herstellung mit stärker halluzinogener Wirkung. Es steigt das Mitteilungsbedürfnis und die Intensität der Emotionen.
  • MDEA (3,4-Methylendioxy-N-ethylamphetamin) wird aus MDA hergestellt. Es ist billiger als MDMA und daher bei jungen Konsumenten sehr beliebt, hat aber auch eine schwächere Wirkung.
  • MBDB (2-Methylamino-1-(3,4-methylendioxyphenyl)butan) ist chemisch kein Amphetamin, wirkt eher beruhigend und ist nicht halluzinogen.
Hinweis
Die Rauschmittel Bio-Ecstasy bzw. Herbal Ecstasy und auch Liquid Ecstasy haben mit Ecstasy wenig zu tun. Bio-Ecstasy ist keine illegale Droge, sondern eine leicht aufputschende Mischung aus Guarana, Coffein, Ephedra und anderen Stoffen. Das Aufputschmittel Liquid Ecstasy ("Fantasy") enthält γ-Hydroxybutyrat.

Nebenwirkungen

Neben dem Auslösen von Glücksgefühlen erhöht Ecstasy für ca. 4-6 Stunden zwar die Leistungsfähigkeit, reduziert aber auch die Konzentrationsfähigkeit. Schlafstörungen, Kopfschmerzen, erhöhte Reizbarkeit, Depressionen sowie Vergesslichkeit sind häufig berichtete Nebenwirkungen. Da dieser Wirkstoff Empfindungen wie Hunger, Durst oder Erschöpfung fast vollständig ausblendet, ist das Risiko erhöht, seine eigene Leistungsfähigkeit zu überschätzen. Geraten Jugendliche in Diskotheken nach der Einnahme von Ecstasy in einen regelrechten Tanzrausch kann ein nicht bemerkter zu hohen Wasserverlust zu einem Herz- und Kreislaufversagen führen.

In höherer Dosierung hat Ecstasy halluzinogene Wirkung und verursacht als Nebenwirkungen Muskelkrämpfe, Schlaflosigkeit, motorische Unruhe, Koordinationsstörungen und Verfolgungswahn. Langzeitfolgen können aber auch eine Störung der Herzfunktion und Herzversagen, Hirninfarkte, Schlaganfälle, Leber- und Organversagen sein. Ecstasy macht abhängig und verursacht Missbildungen des Fetus bei Schwangeren.

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